Rechenzentrum

Erst Datenverarbeitungszentrum (DVZ), dann Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum (RZ). Zwischen 1969 und 1971 entstand das DVZ am Standort der ehemaligen Garnisonkirche, welches als solches bis 2017 genutzt wurde. Im Rahmen eines Zwischennutzungsvertrags begannen Kunst- und Kreativschaffende freiwerdende Flächen seit September 2015 als Arbeits- und Kommunikationsort zu nutzen. Nach dem vollständigen Auszug des IT-Unternehmens übernahmen sie den ganzen fünfgeschossigen Bau Ende 2016. Auf über 5000 Quadratmetern entwickeln, produzieren und teilen über 250 Nutzer*innen ihre Ideen und Projekte. Neben den zu günstigen Konditionen mietbaren Einzelräumen (Ateliers, Studios, Büros, Werkstätten) gibt es Gemeinschafts-, Seminar-, Veranstaltungs- und Ausstellungsräume für verschiedene interne und externe Formate. Der gegenwärtige Vertrag endet im Jahr 2023. Danach soll der Bau zu Gunsten des Wiederaufbaus der Garnisonkirche abgerissen werden.

Buchvorstellung „Das Widerstandsprojekt Garnisonkirche – Eine Chronik“

Carsten Linke

Der „Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e.V.“ hat die Publikation „Das Widerstandsprojekt Garnisonkirche – Eine Chronik der Hof- und Militärkirche, des Widerstandes gegen den Wiederaufbau der Kirche und der jüngeren Stadtentwicklung“ (1644-2022) herausgegeben. Autor ist Carsten Linke.

Transformale – Ausstellung von Kunst im öffentlichen Raum

Das Gelände um das Rechenzentrum ist ein innerstädtisches Areal hoher historischer Komplexität, um das in den letzten Jahren intensiv gerungen wurde und welches einen hohen Transformationsgrad aufweist. Allerdings erfolgt dieser Stadtumbau in der Mitte Potsdams mit einer Dynamik, die Gefahr läuft – ohne Momente des Innehaltens bzw. der Reflexion – Ergebnisse ohne den notwendigen Diskurs

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Buchtipp zum Mosaik: ÜBER-ECK

ÜBER-ECK: BAUERBE DDR. Zum Umgang mit dem Mosaik am Potsdamer Rechenzentrum   Im Zentrum des Symposiums ÜBER-ECK im Februar 2020 stand das Potsdamer Mosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ am ehemaligen Datenverarbeitungszentrum des Bezirks als exponiertes Beispiel architekturgebundener Kunst in der DDR. Ausgangspunkt der zweitägigen Veranstaltung war es, Mosaik und Gebäude in Beziehung zu setzen – in kunst- und zeitgeschichtlicher, stadtpolitischer und sozialer Hinsicht. Diese

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Architektur des Rechenzentrums

Christian Klusemann

So nüchtern der Bau heute erscheint, ist er doch keineswegs einfach ein funktionaler Kasten, sondern ein architektonisches Statement, das auch eine Verwandschaft zu Mies van der Rohe hat. Eine Architekturanalyse.

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Das Modernde und das Moderne

Niklas Maak

Wenn es noch echte Surrealisten gibt, dann dürfte das Zentrum von Potsdam, der Landeshauptstadt von Brandenburg, zu ihren Lieblingsorten zählen – denn dort hat man ein Rätselbild aufgebaut, wie es sonst keines gibt: In einem haushohen Käfig steht eine gut zwei Meter hohe Krone, auf einer Stange darüber hockt ein großer schwarzer Vogel, der den Hals in die Luft reckt und nach hinten zu kippen scheint, als ob eine unsichtbare Kraft an seinen Schwanzfedern zerrte. Hinter dieser Riesenvoliere taucht das drei Meter hohe Bild einer Frau auf, ein Mosaik nach Art der alten Römer – nur dass die Mosaike links und rechts von ihr kaum aus der Antike stammen können; sie zeigen: einen Raketenstart. Einen Kosmonauten. Drei Düsenflugzeuge, auf die manchmal der goldene Schein der Riesenkrone fällt. Was bedeutet all das?

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Das Kosmos-Mosaik

Sophia Pietryga

Zwischen 1969 und 1971 entstand das Datenverarbeitungszentrum durch ein Kollektiv um den Architekten Sepp Weber, der fast zeitgleich maßgeblich an der Errichtung des Havelhochhauses und dem Institut für Lehrerbildung (heutige Fachhochschule am Alten Markt) beteiligt war. Im direkten Vergleich dieser Gebäude, fallen formalästhetische Ähnlichkeiten, wie die stark horizontal und vertikal gegliederte Fassade, auf. Das Datenverarbeitungszentrum

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Rechenzentrum – nur eine Zwischennutzung?

Carsten Linke

Die Nutzung des Kunst- und Kreativhauses RZ soll zum Jahresende 2023 beendet werden. Danach soll der Abriss folgen, der vor 30 Jahren einmal beschlossen wurde. Dies ist wirtschaftlich, kulturell unsinnig und stadtpolitisch riskant.

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Rechenzentrum – Der Film

Elias Franke und Kristina Tschesch

Seit Anfang 2015 wird das Rechenzentrum Potsdam zum Kunst- und Kreativhaus. Wie kam es zu diesem Wandel? Welche Akteur*innen treiben das Projekt voran? Wer arbeitet nach einem Jahr „RZ“ im Haus und wie stehen die Chancen auf eine längerfristige Nutzung für die Kreativen der Stadt? Die Filmemacher*innen Elias Franke und Kristina Tschesch aus den Reihen der Kulturlobby Potsdam haben den Entstehungs- und Entwicklungsprozess des Kreativhauses mit der Kamera begleit

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