Symposion: „Pro Gloria et Patria” 16./ 17.1.2026

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Die Hohenzollernmonarchie als nationales Erbe

Mit dem Kirchturm der Garnisonkirche Potsdam und den Berliner Schlossfassaden wurden zwei zentrale Bausymbole der preußisch-deutschen Monarchie im wiedervereinten Deutschland rekonstruiert. Was bedeutet es, wenn sich unser demokratisches Gemeinwesen auf vordemokratische Symbolbauten bezieht, wenn monarchische Monumente zur Verkörperung eines heutigen Nationalbewusstseins werden?

Diese Frage ist Anlass für uns, nach der Rolle der Hohenzollernmonarchie als Teil des nationalen Erbes für das Heute zu fragen. Welche Rolle spielt das monarchische Preußen im politischen Diskurs – als Teil einer nationalen Identität, als Vorbild für heutiges Handeln? Und vor allem: welches Preußen? Für die meisten heutigen Demokratien gilt, dass ihnen Monarchien vorausgingen, die zur Geschichte des Landes gehören und oft auch grundlegend für die Nationenbildung waren. Die Rückbesinnung auf Preußen seit den 1980er Jahren ging mit seiner Kulturalisierung einher. Doch seine politische Dimension war nie verschwunden, sondern nur in den Hintergrund getreten. Diese tritt seit der deutschen Wiedervereinigung wieder deutlich hervor. Die Umbettung Friedrich des II. im Jahr 1991, Überlegungen für ein Bundesland Brandenburg, der Hohenzollernstreit und die Reichbürger sind Zeichen für die Präsenz des Monarchischen in der Gegenwart, die sich andernorts noch viel deutlicher artikuliert. Die Tagung bildet den Abschluss einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe des Lernorts Garnisonkirche zur Einheit von Thron, Altar und Militär, welche die historische Garnisonkirche Potsdam verkörperte.

Programm

Freitag, 16. Januar 2025

Am Neuen Palais, 14469 Potsdam

9:30

Samuel Wittwer: Thematische Führung

Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte Potsdam
Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam

11:30 Uhr
Katja Melzer/ Philipp Oswalt: Begrüßung

Preußische Herrscher als Erbe und Vorbild

12:00

Barbara Stollberg-Rilinger: Christliche Tugenden – Preußische Werte: Friedrich Wilhelm I. als Vorbild. Zur Rezeptionsgeschichte des Soldatenkönigs von 1945 bis heute:

Tillmann Bendikowski: Mythos Friedrich II. – Der verdrängte Imperialismus eines großen Staatsmanns:

Magnus Brechtken: Die neue Verklärung des Wilhelminismus: Von der Hohenzollerngruft bis zu Ehrhardt Bödeckers Preußenschriften

13:30 Mittagspause

14:30

Otfried Höffe: Suum Cuique: Rechtsstaatlichkeit als Antiuniversalismus?

15:00

Diskussion, moderiert von Anja Reinhardt

16:00 Pause

Monarchistische Kräfte in der Demokratie 1919–1933

16:30

Thomas Tode: Monarchistische Popkultur: Friedrich-Rex Filme 1919–1945

Martin Kohlrausch: Das Nachleben der Dynastie: Vagabundierender Monarchismus in der Weimarer Republik‘

Christoph Martin Vogtherr: Distanzierung von der Monarchie? Die Gründung der preußischen „Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten“

18:00 Pause

18:30

Winfried Süß: Die Hohenzollern und die Nationalsozialisten

Diskussion, moderiert von Stefanie Schuster

Samstag, 17. Januar 2026

Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte Potsdam
Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam

Preußen und die Monarchie als Referenz für die Neuen Rechten

10:00

N.N: Monarchistische Gruppen und Akteure in der BRD

Andreas Speit: Die Reichsbürger

Philipp Vergin: Preußen und die AfD

11:15 Pause

11:45

Markus Linden: Monarchisches Denken in der Neuen Rechten in den USA und Europa heute

12:15 Uhr: Diskussion, moderiert von Anja Reinhardt

13:15 Mittagspause

Preußische Symbolbauten und ihre Rezeption

14:15

Gabriele Dolff-Bonekämper: Das Berliner Schloss als Staatsbau 1701 und heute

Philipp Oswalt: Die Bedeutung von Berliner Schloss und Garnisonkirche Potsdam in rechtslastigen Architekturdiskursen:

Agnieszka Pufelska: Das Residenzschloss Posen:

15:30 Pause

16:00

Armin Hanson: Bereinigende Stadtbildpflege: Die Umgestaltung Potsdams in den 1930er Jahren

Saskia Hüneke: Diskurse seit 1990 zur Potsdamer Mitte zwischen Städtebau und Geschichtsrezeption:

17:00 Uhr

Diskussion, moderiert von Johann Hinrich Claussen

18:00–19:00 Uhr Pause

Abendveranstaltung: Preußen als Erbe und politische Idee nach 1990

19:00

Franka Maubach: Das Preußen-Revival der 1990er Jahre: Die Umbettung der Hohenzollern-Särge und die Idee eines Bundeslands Preußen:

Eckart Conze: Die Republik ringt um ihr monarchisches Erbe: Die Hohenzollerndebatte 2014–2023

20:00

Diskussion, mit Impulsstatement von Martin Gorholt, moderiert von Liane von Billerbeck

Referent*innen

  • Dr. Tillmann Bendikowski, Historiker, Medienagentur Geschichte, HamburgProf. Dr. Magnus Brechtken, Historiker, Stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, München/Berlin
  • Prof. Dr. Eberhard Conze, Historiker, Universität Marburg
  • Prof. Dr. Gabriele Dolff-Bonekämper, Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin, Berlin
  • Martin Gorholt, Staatssekretär des Landes Brandenburg a.D. und Bundesgeschäftsführer der SPD a.D., Potsdam
  • Dr. Armin Hanson, Denkmalpfleger, Dresden
  • Saskia Hüneke, Kunsthistorikerin, Stadtfraktion Bündnis 90/Die Grünen/Volt, Potsdam
  • Prof. Dr. Ottfried Höffe, Philosoph, München
  • Prof. Dr. Martin Kohlrausch, Historiker, Universität Leuven NL
  • Prof. Dr. Markus Linden, Politikwissenschaftler, Universität Trier
  • PD. Dr. Franka Maubach, Historikerin, Universität Jena
  • Prof. Dr. Philipp Oswalt, Architekturwissenschaftler, Universität Kassel
  • PD Dr. Agnieszka Pufelska, Kulturhistorikerin, Nordost-Institut der Universität Hamburg, Lüneburg
  • Andreas Speit, Rechtsextremismusexperte und Publizist, Hamburg
  • Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger, Historikerin, Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Berlin
  • PD Dr. Winfried Süß, Historiker, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
  • Dr. Thomas Tode, Filmemacher, Kurator, Publizist, Hamburg
  • Dr. Samuel Wittwer, Direktor der Abteilung Schlösser und Sammlungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Potsdam
  • Philipp Vergin, Journalist, Berlin
  • Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Potsdam

Veranstalter

Lernort Garnisonkirche Potsdam und Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte in Kooperation mit dem Nordost-Institut, Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e. V.) und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin und Brandenburg statt.

Gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung

Online seit: 21. November 2025

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