Wissenschaftlicher Beirat

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Mitglieder des Beirats am 12. Juni 2020 bei einer Führung durch das Rechenzentrums mit der Kulturmanagerin Anja Engel, im Hintergrund die Baustelle des Garnisonkichentrum, gesehen vom Dach des Rechenzentrums. Von links nach rechts: Manfred Gailus, Michael Daxner, Micha Brumlik, Anette Leo, Matthias Grünzig, Anja Engel.

Micha Brumlik (* 1947 in Davos) ist Erziehungswissenschaftler. 1977 in Philosophie promoviert, war er von 1981 bis 2000 Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Heidelberg, anschließend an der Universität Frankfurt, wo er seit seiner Emeritierung Seniorprofessor ist. Als Mitglied der Jüdische Gruppe Frankfurt gründete er gemeinsam mit Dan Diner, Cilly Kugelmann und anderen 1986 die Zeitschrift Babylon. Mitherausgeber der politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“.  Stadtverordneter in Frankfurt am Main für Bündnis 90/Die Grünen von 1989 bis 2001. Leiter des Fritz Bauer Instituts von 2000 bis 2005.

Michael Daxner (* 1947 in Wien) ist ein deutsch-österreichischer Sozialwissenschaftler. 1974 Professor für Hochschuldidaktik an der Universität Oldenburg. 1986 bis 1998 Präsident der Universität Oldenburg. Anschließend Professur für Soziologie und Jüdische Studien. Seit 2003 arbeitet Michael Daxner an Beratungs- und Forschungsprojekten für Entwicklung und Sicherheit in Kosovo und Afghanistan. Vorstand der  Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg

Gabriele Dolff-Bonekämper (* 1952 in Münster) ist Kunsthistorikerin. Von 1988 bis 2002 arbeitete sie als Inventarisatorin beim Landesdenkmalamt Berlin. Seit 2005 ist sie Professorin für  Denkmalpflege und urbanes Kulturerbe am Institut für Stadt- und Regionalplanung der Technischen Universität Berlin. Sie ist Specherin des 2016 eingerichteten DFG Graduiertenkollegs „Identität und Erbe“. Arbeitsschwerpunkte:  Denkmalwertheorie, Erinnerungsforschung, Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne.

Geoff Eley (* 1949 in  Burton-on-Trent, UK) ist ein britischer Historiker für deutsche Geschichte. Er ist Karl Pohrt Distinguished University Professor of Contemporary History an der Michigan-Univerity in Ann Arbor.  Eleys frühe Arbeiten beziehen sich auf das radikale imperialistische Deutschland und den Faschismus, aber sie umfassen mittlerweile auch die theoretische und methodische Reflexion der Geschichtsschreibung und die Geschichte der politischen Linken in Europa. Eley ist speziell für seine gemeinsam mit David Blackbourn verfasste Studie bekannt The Peculiarities of German History (zuerst in Deutsch als: „Mythen deutscher Geschichtsschreibung“, 1980)

Manfred Gailus (* 1949 in Winsen (Luhe)) ist ein deutscher Historiker und apl. Professor für Neuere Geschichte am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. 1988 wurde er mit einer Untersuchung über soziale Protestbewegungen während der Revolution 1848/49 promoviert. Er war Wiss. Mitarbeiter an der TU Berlin und am Hamburger Institut für Sozialforschung. Mit Studien über Protestantismus und Nationalsozialismus am Beispiel Berlins wurde er 1999 habilitiert. Seither zahlreiche Publikationen zur Protestantismusgeschichte und zum christlichen Antijudaismus und Antisemitismus.

Matthias Grünzig (* 1969 in Berlin), Literatur-  und Theaterwissenschaftler, Journalist und Buchautor. Promotion zu Thema „Für Deutschtum und Vaterland. Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert“, 2017 im Metropol Verlag als Buch erscheinen. Diverse Publikationen u.a. zur Architektur der Nachkriegsmoderne in der DDR.

Susannah Heschel (* 1956 in New York City) ist seit 2005 Professorin für jüdische Studien am Dartmouth College (New Hampshire). Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehörte das Verhältnis des Christentums zum Nationalsozialismus, christlicher Antijudaismus und Antisemitismus, der Verhältnis zwischen Judentums und Islam und Perspektiven eines feministischen Judentums. Sie unterrichtete u.a. an der Princeton University, der University of Cape Town und der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Horst Junginger (* 1959 in Gerstetten) ist Religionswissenschaftler und seit 2018 Professor für Religionswissenschaft und Religionskritik an der Universität Leipzig (Stiftungsprofessur Adolf Holl). Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie, Religionskritik und Atheismus, die Religionsgeschichte des Dritten Reiches sowie die Antisemitismus- bzw. eine allgemeine Vorurteilsforschung.

Linda von Keyserlingk-Rehbein (* 1980 in Berlin) studierte neuere und neueste Geschichte sowie neue deutsche Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Greifswald. Sie ist Kuratorin am Militärhistorischen Museum in Dresden sowie Leiterin der dortigen Dokumentensammlung. Seit vielen Jahren publiziert sie zu den Themen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Methoden der Historischen Netzwerkanalyse. 2018 erschien ihre Dissertation: „Nur eine ‚ganz kleine Clique‘? Die NS-Ermittlungen über das Netzwerk vom 20. Juli 1944“.

Annette Leo (* 1948 in Düsseldorf) ist Historikerin, Biografin und Herausgeberin. Sie arbeitete in den 80er Jahren als Journalistin bei der Zeitschrift Horizont in Ost-Berlin. Neben Arbeiten zur Antisemitismusforschung an den Universitäten Jena und FU Berlin, hat sie mehrere Bücher über NS-Opfer, antifaschistischen Widerstand sowie zur DDR-Gesellschaft publiziert.

Andreas Pangritz (* 1954 in Reudern) ist evangelischer Theologe und war von 2003 bis zu seiner Emeritierung 2019 Professor für Systematische Theologie an der Universität Bonn, wo er auch das Ökumenische Institut leitete. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Theologie Dietrich Bonhoeffers, Theologie nach Auschwitz, die Theologie des christlich-jüdischen Verhältnisses sowie das Verhältnis von „Dialektischer Theologie“ und „Kritischer Theorie“.

Agnieszka Pufelska (* 1973  in Sierpc/Polen) ist Kulturhistorikerin. Sie promovierte in Kulturwissenschaften 2005 an der Viadrina in Frankfurt Oder und habilitierte 2015 in Geschichte an der Universität Potsdam mit der Arbeit „Der bessere Nachbar? Das polnische Preußenbild in der Zeit der Aufklärung (1764-1806)“. Seit 2016 ist sie Mitarbeiterin am Nordost-Institut an der Universität Hamburg (Lüneburg). Aktuell lehrt sie in Potsdam und Hamburg. 2020/2021 war sie Gastprofessorin an der Universität Wien.

Wolfram Wette (* 1940 in Ludwigshafen) ist Historiker und Friedensforscher. von 1971 bis 1995 Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA) in Freiburg im Breisgau. 1990 habilitiertes er sich mit einer Biographie zu Gustav Noske. Von 1998 bis 2005 war er als außerplanmäßiger Professor für Neueste Geschichte am Historischen Seminar der Universität Freiburg tätig. Er ist Mitbegründer des Arbeitskreises Historische Friedensforschung (AHF) und Mitherausgeber der Reihe Geschichte und Frieden sowie des Jahrbuchs für Historische Friedensforschung (2001 umbenannt in Frieden und Krieg). Wette ist Mitglied des Förderkreises des pazifistischen Arbeitskreises Darmstädter Signal. Er ist Ehrenprofessor der russischen Universität in Lipezk.

Online seit: 20. Juni 2020