Der Kapp-Putsch und Potsdam

Matthias Grünzig

Marinebrigade Ehrhardt beim Kapp-Putsch in Berin, Bild: Bundesarchiv, 183-R16976

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Der Kapp-Putsch vom März 1920 ist heute ein wenig in Vergessenheit geraten, zu Unrecht,  wie ich meine. Denn der Kapp-Putsch war in doppelter Hinsicht wichtig: Einerseits war er der erste große rechtsextreme Angriff auf die demokratische Republik. Gleichzeitig war der erfolgreiche Widerstand gegen den Kapp-Putsch eine Sternstunde der Demokratie. In den Tagen des Putsches zeigte sich ein Maß an Mut und Zivilcourage, das bis heute bewundernswert ist.

Potsdam hatte mit diesem Putsch besonders viel zu tun. Denn hier waren die Truppen stationiert, die die Hauptmacht der Putschisten bildeten. Hier können die Hintergründe und Folgen des Putsches besonders gut nachvollzogen werden. Ich will die Geschichte dieses Putsches darstellen und dabei die Entwicklung in Deutschland und Potsdam beleuchten. Ich will beginnen mit der Vorgeschichte des Putsches, dann geht es um den Putsch selbst. Zum Schluss will ich etwas zu den Nachwirkungen sagen.

Die Vorgeschichte des Putsches

Zuerst will ich etwas zu den Putschisten sagen. Wer waren diese Leute und welche Ideen vertraten sie? Das Netzwerk der Putschisten bildete sich bereits während des Ersten Weltkrieges heraus. Eine wichtige Gruppe unter den Putschisten bestand aus hochrangigen Militärs. Viele Militärs gelangten spätestens während des Ersten Weltkrieges zu der Einschätzung, dass das Kaiserreich schlecht funktionieren würde. Zwar würden die Truppen tapfer kämpfen, aber die Heimatfront würde versagen. Das Kaiserreich wäre nach Einschätzung vieler Militärs nicht in der Lage, alle Ressourcen der Gesellschaft für den Krieg zu mobilisieren. Der Hauptgrund für diesen Mangel bestand nach Meinung vieler Militärs darin, dass das Kaiserreich viel zu demokratisch wäre. Das Kaiserreich war zwar ein autoritäres System mit einer starken Stellung des Kaisers. Gleichzeitig gab es aber auch demokratische Elemente, wie die SPD oder den Reichstag, in dem die SPD die stärkste Fraktion stellte. Die Mehrheit des Reichstages trat seit spätestens 1917 für einen Verständigungsfrieden ohne Sieger und Besiegte ein. Und es gab einen Reichskanzler, Theobald von Bethmann-Hollweg, der diese demokratischen Kräfte einzubinden versuchte.[1]

Diese demokratischen Elemente waren vielen Militärs ein Dorn im Auge. Ein Beispiel ist die Aussage des Generals Erich Ludendorff vom Dezember 1917: „Ich bin der Ansicht, daß der Krieg uns wahrlich keinen Grund zur Demokratisierung und Parlamentarisierung gegeben hat (…) Vielmehr halte ich eine Politik des Nachgebens gegenüber dem „Zeitgeist“ für außerordentlich gefährlich. Sie muß in ihren Konsequenzen zum Niedergang führen.“[2]

Besonders viele Statements gibt es von dem Oberstleutnant Max Bauer. Ich zitiere ihn etwas umfangreicher, weil er später zu den Schlüsselfiguren des Kapp-Putsches gehören sollte. Max Bauer klagte im März 1917: „Unsere Reichsregierung hat während des Krieges versagt. (…) Statt durch starkes Zugreifen und Belehrung Ordnung zu schaffen, und das Volk über seine Pflichten aufzuklären, hat sich die Regierung von den Kreisen leiten und treiben lassen, die schon im Frieden als eine Gefahr für Staat und Monarchie erkannt waren. (…) Die Gelegenheit ist verpaßt, und jetzt steht es schlimmer, wie vor dem Kriege, wir lassen uns vom jüdischen Freisinn und internationalen Genossentum terrorisieren.“[3]

Von vielen Militärs wurden demokratische Bestrebungen als eine Gefahr angesehen. Der Grund für diese Abneigung war die Vorstellung, dass die Demokratie zu einer Herrschaft der Massen führen würde. Und die Volksmassen wurden von vielen Militärs mit großer Verachtung betrachtet. Diese Massen würden ihrer Meinung nach niederen Instinkten folgten. Sie wollten keinen Krieg, sondern ein möglichst bequemes, friedliches Leben. Viele Militärs waren daher der Meinung, dass unter demokratischen Bedingungen ein Krieg weder führbar noch gewinnbar wäre. Ganz in diesem Sinne formulierte Max Bauer im April 1918:

 „Man muß sich meines Erachtens klar werden, was Demokratisierung heißt. (…) Einen einheitlichen Willen des Volkes gibt es garnicht, es handelt sich stets nur darum, daß einzelne Führer die die niederen Instinkte der Masse aussuchen, sich zu ihren Führern aufwerfen und so eine Pöbelherrschaft herbeiführen, die mit allen Guten und Edeln mehr oder minder gewaltsam aufräumt. Für die Masse bedeutet Freiheit stets nur Zügellosigkeit ihrer niederen Begierden, Gleichheit, die Beseitigung aller auch noch so begründeten Vorrechte der anderen.“[4]

Im Juli 1918 konstatierte Max Bauer: „Das Bild ist nicht nur trübe, es ist vernichtend. Mit solcher Heimat im Rücken kann – und das muß ausgesprochen werden – nimmermehr ein Krieg gewonnen werden, denn die Heimat ist letzten Endes doch die Wurzel, aus der das Heer seine Kraft beziehen muß.“ [5]  

Kurzum: Die Demokratie war für viele Militärs ein Hindernis auf dem Weg zu einer erfolgreichen Kriegsführung. Stattdessen träumten sie von einer Militärdiktatur, die alle Ressourcen der Gesellschaft für den Krieg mobilisieren sollte. In diesem Sinne forderte zum Beispiel der Großadmiral Alfred von Tirpitz im März 1915: „Ich sehe nur ein Mittel, der Kaiser muß auf 8 Wochen oder mehr sich krank melden, an Stelle Bethmanns muß Hindenburg kommen und diesem alles unterstellt werden, zugleich Armee und Marine“[6]  

Etwas knapper äußerte sich der Vizeadmiral Franz von Hipper im Juli 1917: „(…) unter diesem Reichskanzler, diesem Oberschlappier, kommen wir nicht vorwärts. Weg damit, den Reichstag heimschicken, einen Diktator ernennen, das scheint mir der richtige Weg zu sein.“[7]

Besonders vehement wurde die Forderung nach einer Diktatur von zwei Militärs verfochten, nämlich von Erich Ludendorff und Max Bauer. Erich Ludendorff war seit August 1914 Stabschef beim Oberbefehlshaber Ost, der für die Ostfront zuständig war. In dieser Funktion arbeitete er ganz praktisch an der Verwirklichung einer Militärdiktatur. Ein erstes Experimentierfeld für Diktaturkonzepte war der Kunststaat Oberost. Oberost ist heute fast vergessen, er war aber ganz wichtig für die Entwicklung rechtsextremer Politikkonzepte. Deutsche Truppen hatten 1915 große russische Gebiete erobert. Auf einem Teil dieser Gebiete wurde im Herbst 1915 ein neuer Staat mit dem Namen „Oberost“ geschaffen.[8] Dieser Staat war eine lupenreine Militärdiktatur, die direkt dem Oberbefehlshaber Ost, also de facto Ludendorff, unterstellt war.[9] In diesem Gebiet konnte Ludendorff schalten und walten wie er wollte. Er brauchte keine Rücksicht auf Parlamente und Parteien zu nehmen. Die Folge war eine brutale Gewaltherrschaft, die die Bevölkerung rücksichtslos ausplünderte.[10]

Im August 1916 wurde Ludendorff Erster Generalquartiersmeister und faktischer Chef der Obersten Heeresleitung. (Der formelle Chef Paul von Hindenburg beschränkte sich mehr auf repräsentative Aufgaben.) Ludendorff war damals de facto der wichtigste Militär Deutschlands.[11] Max Bauer wurde sein politischer Chefstratege.[12] Fortan arbeiteten Ludendorff und Bauer auf einen schrittweisen Übergang zur Militärdiktatur in ganz Deutschland hin. Sie erzielten auch Erfolge: Beispiele waren das Hindenburgprogramm zur Steigerung der Rüstungsproduktion[13], die Einführung der Zwangsarbeit[14] und die Entlassung des Reichskanzler Bethmann-Hollweg.[15] Dennoch gelang keine vollständige Militärdiktatur. Der Reichstag blieb erhalten.[16] Und es gab bis 1917 auch keine politische Partei, die die Oberste Heeresleitung unterstützte.

Umso wichtiger war die zweite Gruppe unter den späteren Putschisten, die aus antidemokratischen Politikern bestand. Besonders wichtig war Wolfgang Kapp. Kapp war Generaldirektor der ostpreußischen Landschaft, eine Art Kreditanstalt.[17] Kapp unterstützte die Forderung nach einer Diktatur vehement.[18] Daneben unterhielt er seit 1915 enge Kontakte zu Ludendorff.[19] Im September 1917 gründete er zusammen mit Alfred von Tirpitz die Deutsche Vaterlandspartei.[20] Diese Partei war ein Novum, denn sie war die erste rechtsradikale Partei in Deutschland. Das Ziel der Partei war die Unterstützung der Politik der Obersten Heeresleitung unter Erich Ludendorff.[21] Die Vaterlandspartei forderte ein großes Deutschland, das durch neue Eroberungen massiv erweitert werden sollte. Verlangt wurden die Annexion der baltischen Gebiete Estland, Lettland und Litauen, von Belgien, der französischen Kanalküste und weiterer französischer Gebiete. Außerdem sollte in Afrika ein riesiges deutsches Kolonialreich entstehen. Folgerichtig trat die Vaterlandspartei für eine Fortsetzung des Krieges bis zu einem deutschen Sieg ein. Einem Verständigungsfrieden ohne Sieger und Besiegte erteilte sie dagegen eine klare Absage.[22] Wichtige Parteimitglieder waren Georg Wilhelm Schiele, Conrad von Wangenheim und Gottfried Traub.[23]

Die Deutsche Vaterlandspartei erlebte gleich nach ihrer Gründung einen steilen Aufstieg. Sie verfügte über riesige Geldsummen, mit denen sie Flugblätter, Veranstaltungen und Zeitungsanzeigen finanzieren konnte. Sie wurde vom Militär massiv bevorzugt.[24] Während demokratische Kräfte kaum öffentliche Veranstaltungen durchführen durften, wurden die Veranstaltungen der Deutschen Vaterlandspartei großzügig genehmigt.[25]

Die Lage in Potsdam

Wie war die Lage in Potsdam? Potsdam nahm bis 1918 eine Sonderstellung ein. Hier existierte eine Bevölkerungsstruktur, die vor allem aus Militärs, Adligen und Beamten bestand.[26] Hier waren zudem die Eliteeinheiten der deutschen Armee, wie das Erste Garde-Regiment zu Fuß, stationiert[27] Die Arbeiterschaft war dagegen unterdurchschnittlich vertreten. Folgerichtig hatten demokratische Kräfte in Potsdam einen schweren Stand. Bis 1919 gab es in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung keinen SPD-Vertreter, diese Situation war damals durchaus ungewöhnlich.[28]

Sehr viel mehr Unterstützung fand dagegen die Deutsche Vaterlandspartei. Bereits am 1. Oktober 1917 wurde die Potsdamer Ortsgruppe der Deutschen Vaterlandspartei gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Oberbürgermeister Kurt Vosberg gewählt. Vosberg hielt denn auch auf der Gründungssitzung eine markige Rede, die sich vor allem gegen alle Friedensbemühungen wandte. Er empfahl, man sollte drei Monate nicht vom Frieden reden sondern stattdessen „tüchtig zuhauen“. Zudem behauptete er, dass „Verständigungsfriede“ „gleichbedeutend mit Helotentum“ wäre. Zum Schluss forderte er: „Der Frieden müsste die erbrachten Opfer wert sein, und im Vertrauen auf unseren großen Hindenburg müssten wir ihm bis zum deutschen Siege folgen.“ [29]

Die Potsdamer Ortsgruppe der Deutschen Vaterlandspartei gewann schnell einflussreiche Unterstützer. Unter ihnen waren der Stadtrat und Potsdamer Vertreter im Preußischen Abgeordnetenhaus, Otto Eckert, der Eigentümer der Potsdamer Tageszeitung, Curt Gerber,  und der Direktor des Realgymnasiums, Udo Gaede. Weitere Vorstandsmitglieder waren Aktivisten des Alldeutschen Verbandes, wie Hugo Grell und Richard Boschan. Vosberg avancierte später zu einem führenden Mitglied der Deutschen Vaterlandspartei. Er wurde Vorsitzender des Landesvereins Brandenburg.[30]

Die Novemberrevolution

Die Novemberrevolution veränderte die Verhältnisse radikal. Kaiser Wilhelm II. erklärte seine Abdankung und floh in die Niederlande. Ein Rat der Volksbeauftragten aus Politikern der SPD und USPD übernahm Regierung. In den Armeeeinheiten wurden Soldatenräte gebildet. Am 11. November 1918 wurde Waffenstillstand unterzeichnet. Am 19. Januar 1919 konnten zum ersten Mal in Deutschland Männer und Frauen in einer demokratischen Wahl eine Deutsche Nationalversammlung wählen. Und am 6. Februar 1919 fand die symbolträchtige Eröffnungssitzung der Deutschen Nationalversammlung im Deutschen Nationaltheater in Weimar statt.

Die Revolution und die Kriegsniederlage waren dagegen eine Niederlage für antidemokratische Kräfte. Ludendorff war schon am 26. Oktober 1918 entlassen worden.[31] Später floh er zeitweilig nach Schweden. Max Bauer hatte ohne seinen Mentor kaum noch Einfluss. Er ging am 31. Oktober 1918 in Urlaub[32] und wurde am 28. Juni 1919 aus der Armee verabschiedet.[33] Die Deutsche Vaterlandspartei verlor massiv an Mitgliedern und löste sich am 10. Dezember 1918 auf.[34]

Auch in Potsdam hatte am 9. November 1918 die Revolution gesiegt. Am 11. November 1918 erfolgte die Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates unter Leitung des Unabhängigen Sozialdemokraten Wilhelm Staab.[35] Auf dem Rathaus und anderen öffentlichen Gebäuden wurde die rote Fahne gehisst. Die Revolution verlief in Potsdam völlig gewaltfrei. Diese Friedlichkeit war ein Verdienst von Wilhelm Staab, der für gewaltfreie Veränderungen eintrat.[36]

Die antidemokratische Opposition

Dennoch war mit der Novemberrevolution die rechte Gefahr nicht gebannt. Im Gegenteil: Schon bald schöpften die antidemokratischen Aktivisten neue Kraft. Die Deutsche Vaterlandspartei löste sich zwar im Dezember 1918 auf. Doch schon im November 1918 wurde eine Nachfolgepartei gebildet, die Deutschnationale Volkspartei (DNVP).[37] Sowohl das Vermögen der Deutschen Vaterlandspartei als auch die führenden Politiker wurden in die DNVP überführt.[38] Anfangs hielten sich diese Leute im Hintergrund[39], aber schon am 11. Juli 1919 wurde Kapp in den Engeren Vorstand der DNVP gewählt.[40] Außerdem avancierte er zum Landesvorsitzenden der DNVP in Ostpreußen.[41]

Im Februar 1919 kehrte Erich Ludendorff wieder nach Deutschland zurück.[42] Er bildete bis zum Sommer 1919 einen Kreis, der einen Staatsstreich gegen die Republik und die Errichtung einer Militärdiktatur plante.[43] Zu seinen Mitgliedern zählten Militärs wie Erich Ludendorff, Max Bauer, Waldemar Pabst, Hermann Ehrhardt, später kamen Walther von Lüttwitz und Rüdiger von der Goltz hinzu. Weiterhin gehörten zu ihnen Politiker der DNVP wie Wolfgang Kapp, Traugott von Jagow, Gottfried Traub, Georg Wilhelm Schiele, Conrad von Wangenheim.[44]

Auch in Potsdam griffen bald antidemokratische Aktivitäten um sich. Schon am 26. November 1918 wurde die Potsdamer Ortsgruppe der Deutschnationalen Volkspartei gebildet. Die Initiatoren waren Aktivisten der Deutschen Vaterlandspartei, wie Hugo Grell und Richard Boschan.[45] Die DNVP wurde in Potsdam sehr stark. Wichtige Amtsträger, wie der Polizeipräsident von Zitzewitz und der Zweite Bürgermeister Arno Rauscher traten den DNVP bei.[46] Die DNVP wurde bei Wahl zur Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 in Potsdam stärkste Partei mit 27,1 Prozent.[47] Zum Vergleich: In Deutschland erzielte die DNVP nur 10,3 Prozent.

Auch das Potsdamer Militär demonstrierte sehr bald seine antidemokratische Gesinnung. Am 11. Dezember 1918 erfolgte der Einmarsch des Ersten Garde-Regiments zu Fuß in Potsdam. Soldaten des Regiments drangen in das Rathaus ein und beseitigten rote Fahne auf dem Dach. Auch an anderen Orten wurden die roten Fahnen beseitigt.[48] Der Kommandeur des Regiments, Siegfried Graf zu Eulenburg, verweigerte die Wahl eines Soldatenrates in seinem Regiment. Schließlich musste er doch einen Soldatenrat akzeptieren. Daraufhin versammelte Eulenburg am 15. Dezember 1918 sein Regiment in der Garnisonkirche und legte öffentlichkeitswirksam unter Protest sein Kommando nieder.[49]

In der Folgezeit bildeten sich im Potsdamer Militär starke antidemokratische Netzwerke heraus. Vor allem zwei Personen spielten eine Schlüsselrolle: Franz von Stephani und Bernhard von Hülsen. Franz von Stephani übernahm nach dem Rücktritt von Siegfried zu Eulenburg das Kommando über das Erste Garde-Regiment zu Fuß. In der Folgezeit bildete er aus ihm ergebenen Teilen seines Regiments und anderen Potsdamer Truppen das Regiment Potsdam,[50] das sich ab Januar 1919 Freikorps Potsdam nannte.[51] Bernhard von Hülsen bildete ab Dezember 1918 in Potsdam das Freikorps Hülsen.[52] Im Mai 1919 wurden das Freikorps Potsdam und das Freikorps Hülsen zur Reichswehrbrigade 3 vereinigt. Zum Kommandeur wurde Bernhard von Hülsen ernannt.[53] Franz von Stephani und Bernhard von Hülsen engagierten sich bald gegen die Demokratie. Im Juni 1919 entwarf Bernhard von Hülsen erste Pläne für einen Militärputsch.[54] Im Sommer 1919 schlossen sich von Stephani[55] und von Hülsen[56] dem Kreis um Erich Ludendorff an.

Der Ludendorff-Kreis gründete im Herbst 1919 die „Nationale Vereinigung.“ Die „Nationale Vereinigung“ hatte zwei Ziele: Einerseits sollte sie putschbereite Militärs zusammenführen. Andererseits sollte sie Propaganda für eine Militärdiktatur machen.[57] Ein wichtiger Teil dieser Propaganda war eine öffentlichkeitswirksame „Heldengedächtnisfeier“ am 24. November 1919 in der Potsdamer Garnisonkirche. Diese Veranstaltung wurde als symbolische Gegenveranstaltung zur Eröffnungssitzung der Deutschen Nationalversammlung am 6. Februar 1919 in Weimar konzipiert. Der Veranstalter war die Deutschnationale Volkspartei. Die Liturgie wurde von DNVP-Mitglied Johannes Vogel gehalten. Als Hauptredner fungierte Erich Ludendorff. Ludendorff beschuldigte im Einklang mit der sogenannten „Dolchstoßlegende“ die demokratischen Kräfte, für die Niederlage im I. Weltkrieg verantwortlich zu sein. Außerdem entwarf er das Programm für eine Militärdiktatur.[58]

Der Baltikumkrieg

Neben der Entstehung des Ludendorff-Kreises vollzog sich noch eine zweite Entwicklung, die im Zusammenhang mit dem Kapp-Putsch wichtig war, der Baltikumkrieg 1919. Im Januar 1919 zogen Teile des Ersten Garde-Regiments zu Fuß unter dem Kommando von Günter von Schauroth in das Baltikum.[59] Aus weiteren Potsdamer Truppen bildete Siegfried Graf zu Eulenburg das Freikorps Eulenburg, das ebenfalls in das Baltikum zog.[60]

Der Hintergrund des Unternehmens war das Streben der lettischen Regierung unter dem Ministerpräsident Karlis Ulmanis nach Unabhängigkeit von Russland. Da die lettische Regierung zu schwach war, bat sie um Hilfe ausländischer Truppen. Als Reaktion kamen deutsche Freikorpstruppen in das Baltikum.[61] Das Oberkommando hatte Rüdiger von der Goltz, der ebenfalls zum Kreis um Ludendorff gehörte.[62] Offiziell ging es den Truppen um die Verteidigung der lettischen Regierung gegen die Rote Armee. In Wirklichkeit aber ging es um die Eroberung von neuem Lebensraum im Osten. Dieser Kampf wurde mit äußerster Brutalität geführt, die Zivilbevölkerung wurde Opfer von Raubzügen und Massakern.[63] Die lettische Regierung versuchte, die deutschen Freikorps wieder los zu werden. Die Freikorps reagierten auf dieses Verlangen mit einem Putsch, dem sogenannten Libauer Putsch vom 16. April 1919, bei dem die lettische Regierung gestürzt wurde.[64] Erst auf Druck der Entente-Staaten Frankreich und Großbritannien zogen die Baltikumkämpfer bis Dezember 1919 ab.[65] Das Resultat dieses Krieges waren Truppen, die extrem brutal waren und die auch vor einem Putsch nicht zurückschreckten. Diese Truppen entwickelten sich zu einer Zeitbombe, die jederzeit explodieren konnte.[66]

Der Kapp-Putsch

Der Kapp-Putsch selbst wurde am 13. März 1920 vom Zaun gebrochen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Putschvorbereitungen noch nicht abgeschlossen.[67] Denn am 11. März 1920 wurden die Putschpläne aufgedeckt. Walther von Lüttwitz wurde seines Postens enthoben. Gegen Max Bauer, Waldemar Pabst, Wolfgang Kapp und andere wurden Haftbefehle erlassen. In dieser Situation entschloss sich Walther von Lüttwitz zum Losschlagen.[68] Am 13. März 1920 begann der sogenannte Kapp-Putsch.

Potsdam spielte bei diesem Putsch eine Hauptrolle. Denn in Potsdam befand sich die Reichswehrbrigade 3 unter dem Kommando des Putschisten Bernhard von Hülsen. Diese Brigade umfasste immerhin 12.600 Mann und 657 Offiziere.[69] Diese Brigade stellte das Hauptkontingent der Putschisten.[70] Eine weitere Putschistentruppe war die Marinebrigade 2 unter dem Kommando von Hermann Ehrhardt, die in Döberitz lag und rund 5000 Mann umfasste.[71]

Diese beiden Brigaden besetzten am 13. März das Regierungsviertel in Berlin.[72] Reichswehrminister Gustav Noske und der Chef der Heeresleitung Walther Reinhard forderten von der Reichswehr die Niederschlagung des Putsches. Doch die Generäle verweigerten den Befehl. Und die Reichswehreinheit 3, die eigentlich für den Schutz der Regierung verantwortlich war, tat erst recht nichts, um die Regierung zu schützen, denn sie stand auf Seiten der Putschisten.[73] Die Regierung unter dem Sozialdemokraten Gustav Bauer floh erst nach Dresden und dann nach Stuttgart.[74] Zum neuen Reichskanzler wurde Wolfgang Kapp ernannt.[75] Am 13. März 1920 fand eine große Siegesparade am Brandenburger Tor mit Erich Ludendorff, Walther von Lüttwitz, Franz von Stephani, Hermann Ehrhardt und anderen statt.[76] Die Verschwörer schienen triumphiert zu haben.

Die Wende brachte eine riskante Maßnahme. Denn in der Stunde der Not gab der Pressechef der Reichskanzlei, Ulrich Rauscher, einen Aufruf zum Generalstreik heraus, der von den sozialdemokratischen und demokratischen Mitgliedern der Reichsregierung und dem Reichspräsidenten Friedrich Ebert unterzeichnet wurde. Es ist bis heute umstritten, ob die Unterzeichner diesen Aufruf wirklich unterzeichnet haben oder ob Rauscher eigenmächtig gehandelt hatte.[77] Entscheidend war: Der Aufruf wurde weitgehend befolgt. Er wurde vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände (AfA), des Deutschen Beamtenbundes, der USPD und der KPD unterstützt.[78] Das ganze Land wurde lahmgelegt.[79] Viele Regierungsstellen stellten ihre Arbeit ein, da sich auch der Deutsche Beamtenbund dem Streik anschloss.

Folgerichtig konnten die Putschisten kaum regieren. Die Putschistenregierung reagierte zwar am 15. März 1920 mit einem Erlass, in dem die Streikenden mit dem Tod bedroht wurden.[80] Doch die Streikenden ließen sich von diesen Drohungen nicht einschüchtern und setzten den Streik fort. An diesen Tagen zeigte sich, dass die große Mehrheit der Bevölkerung eben doch die Demokratie und keine Diktatur wollte. Am 17. März 1920 mussten die Putschisten aufgeben. Kapp trat als Reichskanzler zurück.[81]

Der Kapp-Putsch in Potsdam

Wie war die Lage in Potsdam? Da die Potsdamer Truppen auf der Seite der Putschisten standen, hatten hier die Putschisten leichtes Spiel. Sie verhängten den Ausnahmezustand und setzten die demokratischen Grundrechte außer Kraft. Kundgebungen in Wort und Schrift gegen die Kapp-Regierung wurden verboten, ebenso Streiks. Die Presse wurde einer Zensur unterworfen. Die Macht übernahm der Generalmajor Walter von der Hardt. Es ließ Demokraten verhaften und in der Unteroffiziersschule eine Gefangenensammelstelle einrichten. Wichtige Orte, wie z.B. der Bahnhof, Brücken, das Telegrafenamt, das Stadtschloss, wurden militärisch besetzt. Zur Verstärkung der Truppen wurde eine Einwohnerwehr aus Befürwortern des Putsches gebildet, die Walter von der Hardt unterstellt war.[82]

Gleichzeitig gab es aber auch Widerstand gegen den Putsch. Es bildete sich ein Aktionsausschuss, der Streiks organisierte.[83] Ein Großteil der Betriebe wurde tatsächlich bestreikt.[84] Dennoch waren die Putschisten in Potsdam relativ erfolgreich, vor allem, weil Stadtverwaltung mit den Putschisten kooperierte. Die Stadtverwaltung lehnte den Generalstreik ab. Der Oberbürgermeister Kurt Vosberg führte die Anweisungen der Putschisten aus, vermied aber ein offenes Bekenntnis zum Putsch. Andere Magistratsmitglieder waren offener. Der Zweite Bürgermeister Arno Rauscher bekannte sich zur Kapp-Regierung, der Bürodirektor Dietrich unterstützte ebenfalls den Putsch.[85] Zudem trat die größte Zeitung Potsdams, die „Potsdamer Tageszeitung“, für den Putsch ein.[86]

Ein blutiger Zusammenstoß ereignete sich am 16. März 1920. An diesem Tag hatte die Deutsche Volkspartei zu einer Versammlung in das Wirtshaus Sanssouci am Luisenplatz eingeladen. Diese Versammlung hatte Walter von der Hardt genehmigt, weil er von ihr die „Aufklärung der Bevölkerung“ im Sinne der Putschisten erwartete. In Mittagsstunden hätte sich aber laut einem Bericht von von der Hardt in den Straßen Potsdams „eine ganz ungewohnte Erregung“ bemerkbar gemacht, „die sich durch die Tätigkeit von anscheinend zugezogenen Hetzern ständig steigerte“. Von der Hardt hatte deshalb Sorge, dass die Versammlung aus dem Ruder laufen könnte und verbot die Versammlung. Dennoch kamen über tausend Menschen zum Wirtshaus Sanssouci, darunter waren offenbar Befürworter und Gegner des Putsches.

Über die weiteren Vorgänge gibt es unterschiedliche Schilderungen. Der „Vorwärts“ behauptete, dass die Potsdamer DNVP-Mitglieder einen Freudenumzug gestartet hätten. Auf diesen hätten die Demokraten mit einem eigenen Umzug reagiert.[87] Walter von der Hardt dagegen behauptete, dass es keinen Freudenumzug der DNVP gegeben hätte. In jedem Fall gab es eine Demonstration von rund tausend Personen, die zum Stadtschloss zog. An dieser Demonstration waren nach eigener Aussage der USPD-Stadtverordnete Wilhelm Staab und weitere Vertreter der SPD und USPD beteiligt.[88] Laut Aussage von Walter von der Hardt hätte diese Demonstration aus „radaulustigen, größtenteils halbwüchsigen, hauptsächlich auswärtigen Elementen“ bestanden.[89] Diese wäre unter Rufen wie „Hoch Rosa Luxemburg, nieder mit Hindenburg“ zum Stadtschloss gezogen. Inwieweit diese Aussagen der Wahrheit entsprachen, lässt sich heute kaum klären. Auf jeden Fall geht aus allen Aussagen übereinstimmend hervor, dass die Demonstranten unbewaffnet waren und dass sie friedlich waren. Die Demonstration wurde am Stadtschloss von Militärs erwartet. Der Kommandeur Oberleutnant Freiherr von Senden forderte die Demonstranten zur Auflösung der Demonstration auf. Schließlich ließ von Senden in die unbewaffnete Menge schießen. Dabei kamen 4 Demonstranten ums Leben, 11 Demonstranten wurden verwundet.[90]

Bei den Toten handelte es sich um Helene Bürger, den Schuhmacher Oskar Heinrich, den Maurer August Fröhle und den Klempner Fritz Wilhelm Hagemeister.[91] Über die Opfer wissen wir sehr wenig. In den spärlichen Dokumenten finden sich keinerlei Hinweise, dass es sich bei ihnen um politische Aktivisten handelte.[92] Die Berufe wiederum deuten darauf hin, dass sie zur Arbeiterschaft gehörten. Damit standen sie durchaus repräsentativ für die große Zahl an einfachen Bürgerinnen und Bürgern, die sich gegen den Kapp-Putsch engagierten.

Etwas anders war die Lage in der damals selbstständigen Gemeinde Nowawes. Auch hier bildete sich ein Streikausschuss,[93] auch hier traten die Arbeiter in den Generalstreik.[94] Doch hier positionierte sich die Gemeindevertretung klar gegen den Putsch. Die Gemeindevertretung beschloss zudem Aufbau einer Sicherheitswehr. Diese wurde aber nicht Walter von der Hardt unterstellt, sondern sie trat für die Republik ein.[95]

Zudem muss erwähnt werden, dass die Potsdamer Truppen nicht nur in Potsdam und Berlin im Einsatz waren. Sie wurden auch in anderen Orten eingesetzt, um den Widerstand der Demokraten zu brechen. Ein Beispiel war der Einsatz des Potsdamer Reiterregiments 4 in der Stadt Brandenburg. Die Lage in Brandenburg war für die Putschisten viel schwieriger als in Potsdam. Hier gab es eine Stadtverwaltung, die sich klar gegen den Putsch positionierte.[96] Zudem gab es hier eine starke Arbeiterschaft, eine starke SPD und eine SPD-Zeitung, die Brandenburger Zeitung, die gegen den Putsch agitierte. Von der Hardt befahl deshalb die militärische Besetzung der Brandenburger Zeitung durch Brandenburger Truppen. Diese Besetzung führte aber zu solch großem Widerstand seitens der Bevölkerung, dass die Truppen wieder abziehen mussten. Daraufhin schickte von der Hardt Truppen des Potsdamer Reiterregiments 4 unter dem Kommando von Oberstleutnant von Viereck nach Brandenburg, um den Widerstand zu brechen. Diese Truppen wüteten in Brandenburg mit großer Brutalität. Die Brandenburger Zeitung wurde besetzt. Eine Druckerei, die demokratische Flugblätter gedruckt hatte, wurde mit Handgranaten in die Luft gesprengt. Das Arbeitersekretariat der Gewerkschaften wurde verwüstet. Bei diesen Kämpfen kamen 5 Personen ums Leben, 7 Personen wurden verwundet.[97]

Am 17. März 1920 trat Kapp zurück. Doch die Gewalt ging in Potsdam trotzdem weiter. Denn die Putschistengeneräle Walter von der Hardt und Bernhard von Hülsen blieben zunächst im Amt. Walter von der Hardt behauptete nun in einem Aushang, dass sich die Regierung Kapp und Regierung Bauer geeinigt hätten und nun gemeinsam gegen einen Bolschewistenaufstand kämpfen würden.[98] Nichts davon war wahr. Es gab weder eine Einigung der Regierungen noch einen Bolschewistenaufstand. Es gab nur Aktionsausschüsse, die von Mitgliedern der SPD und USPD dominiert wurden und die für die Demokratie eintraten. Ein Beispiel war der Brandenburger Aktionsausschuss, zu dem 4 Vertreter der SPD, 3 Vertreter der USPD und nur 2 Vertreter der KPD gehörten.[99] Dennoch wurden Gewaltakte mit dem Kampf gegen einen nicht vorhandenen Bolschewistenaufstand gerechtfertigt. In Brigadebefehlen wurden die Soldaten regelrecht zur Gewalt angestachelt. In einem von Bernhard von Hülsen herausgegebenen Nachrichtenblatt vom 21. März hieß es:

„Die Gemeinheit der Spartakisten ist unberechenbar. An einzelnen Stellen sind unbewaffnete Reichswehrangehörige in bestialischer Weise totgeschlagen und verstümmelt worden, Verwundeten wurde der Schädel eingeschlagen, Ohren und Nase abgeschnitten. Hieraus geht hervor, daß jedes Paktieren oder Unterhandeln die schwersten Folgen zeitigt. Ist das erste Wort mit ihnen gesprochen, ist bereits der Keim zu den Bestialitäten gelegt“[100]

Am 21. März 1920 befahl von der Hardt eine Strafexpedition gegen Nowawes. Im Rahmen dieser Aktion wurden 3 Bürger aus Nowawes als Geiseln genommen. Ihre Behandlung wurde vom Verhalten der Bevölkerung von Nowawes gegenüber den Putschistentruppen abhängig gemacht.[101] Zudem verbot von der Hardt eine Trauerkundgebung für die Opfer des Kapp-Putsches.[102] Erst im April 1920 wurde Walter von der Hardt beurlaubt[103]

Die Zeit nach dem Kapp-Putsch

Wie ging es nun nach dem Putsch weiter? Die Regierung Bauer wollte nach dem Rücktritt Kapps einfach zur Tagesordnung übergehen und forderte ein Ende des Generalstreiks. Anders war die Haltung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände (AfA) und des Deutschen Beamtenbundes. Sie wollten dafür sorgen, dass der Putsch sich nicht wiederholte. Sie machten daher die Beendigung des Generalstreikes von der Erfüllung eines Forderungskataloges abhängig, der die Demokratie dauerhaft sichern sollte. Verhandlungen führten am 20. März 1920 zu einem Abkommen zwischen der Regierung und den Gewerkschaften. Zentrale Punkte des Abkommens waren:

  • „Sofortige Entwaffnung und Bestrafung aller am Putsch oder am Sturz der verfassungsmäßigen Regierungen Schuldigen sowie der Beamten, die sich ungesetzlichen Regierungen zur Verfügung gestellt haben“
  • „Gründliche Reinigung der gesamten öffentlichen Verwaltungen und Betriebsverwaltungen von gegenrevolutionären Persönlichkeiten, besonders solchen in leitenden Stellen und ihren Ersatz durch zuverlässige Kräfte.“
  • „Auflösung aller der Verfassung nicht treu gebliebenen konterrevolutionären militärischen Formationen und ihre Ersetzung durch Formationen aus den Kreisen der zuverlässigen republikanischen Bevölkerung“[104]

Nach dem Abschluss dieser Vereinbarung wurde der Generalstreik am 22. März 1920 beendet.

In der Praxis aber wurde nur ein kleiner Teil der Forderungen erfüllt. Ansonsten setzten demokratische Spitzenpolitiker im Umgang mit den Putschisten auf Milde. Dahinter stand die Hoffnung, dass die Antidemokraten durch eine milde Behandlung mit der Republik versöhnt werden könnten. Die Folge war ein sehr großzügiger Umgang mit den Putschisten. Traugott von Jagow stellte sich der Justiz und wurde zu 5 Jahren Haft verurteilt. Georg Wilhelm Schiele und Conrad von Wangenheim wurden freigesprochen. Wolfgang Kapp starb vor seinem Prozess 1922. Walther von Lüttwitz, Waldemar Pabst und Max Bauer gingen in das Ausland. Sie wurden 1925 amnestiert.[105] Hermann Ehrhardt, Bernhard von Hülsen und Walter von der Hardt wurden 1920 in Ehren entlassen. Ludendorff blieb völlig unbehelligt.[106]

Noch gravierender war aber, dass grundlegende Strukturveränderungen unterblieben. Viele Beamte, die den Putsch unterstützt hatten, blieben in ihren Ämtern. Antidemokratische Organisationen, wie die Deutschnationale Volkspartei, konnten weiterhin ungehindert agieren. Auch die Reichswehr wurde nicht umgestaltet.[107] Die Reichswehr entwickelte sich zum Staat im Staate, in dem die antidemokratischen Kräfte nach wie vor stark waren.[108]

Teile der Putschistentruppen wurden aus der Reichswehr entlassen. Der Grund waren die Vorgaben des Versailler Vertrages, die die Stärke der Reichswehr auf 100.000 Mann begrenzten. Dennoch blieben sie aktiv. Viele dieser Truppen fanden den Weg in paramilitärische Organisationen, wie den „Stahlhelm-Bund der Frontsoldaten“, der sich bald zur stärksten Wehrorganisation Deutschlands entwickelte. Der „Stahlhelm“ war eine Schattenarmee, die Uniformen trug, Waffen besaß und die einen gewaltsamen Sturz der Demokratie zu Ziel hatte.[109] Die Reichswehr unterstützte den „Stahlhelm“ nach Kräften.[110]

Die milde Behandlung führte allerdings nicht dazu, dass die Antidemokraten von der Demokratie überzeugt wurden. Im Gegenteil: Die Rechtsextremisten zogen aus dem Putsch ganz andere Lehren. Beispielsweise erklärte Bernhard von Hülsen nach dem Putsch: „Hätten Kapp-Lüttwitz Energie gezeigt, ihre Widersacher scharf angepackt, meinetwegen auch mit Brutalität, sie hätten die Lauen und Zögernden mit sich gerissen.“[111]

Entsprechend verhielten sich die Putschisten: Hermann Ehrhardt gründete 1920 die „Organisation Consul“, Max Bauer beschaffte das nötige Geld.[112] Diese Organisation machte bald durch Morde an Finanzminister Matthias Erzberger und Außenminister Walter Rathenau auf sich aufmerksam.[113] Erich Ludendorff zog nach München und startete im November 1923 den nächsten Putschversuch, diesmal mit einem jungen Mann namens Adolf Hitler. Nach dem zweiten Misserfolg begann Ludendorffs Stern im rechten Lager zu sinken. 1925 kandidierte Ludendorff für die NSDAP für das Amt des Reichspräsidenten. Er erzielte ein blamables Ergebnis von 1,1 Prozent. Die Ehe mit einer etwas exzentrischen Frau tat seinem Renommee weiteren Abbruch.[114]

Auch Potsdamer die Putschisten konnten ungehindert gegen die Demokratie agieren. Bernhard von Hülsen trat der DNVP bei und wurde 1924 zum Stadtrat gewählt.[115] Zudem amtierte er als Vorsitzender der Potsdamer Ortsgruppe des Deutschen Offizier-Bundes.[116] Walter von der Hardt engagierte sich ebenfalls im Deutschen Offizier-Bund. Außerdem betätigte er sich im Verein ehemaliger Artilleristen Garde und Linie Potsdam, der zum Reichskriegerbund Kyffhäuser gehörte.[117] Franz von Stephani engagierte sich im „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“. Er wirkte ab 1924 als Landesführer des Landesverbandes Groß Berlin des „Stahlhelm“.[118] In dieser Funktion war er auch für den Potsdamer „Stahlhelm“ zuständig, denn der Potsdamer „Stahlhelm“ gehörte zum Landesverband Groß-Berlin.[119] 1933 unterstellte sich der „Stahlhelm“ Adolf Hitler[120], anschließend wurde er in die SA überführt. Franz von Stephani trat in die NSDAP ein und amtierte bis zu seinem Tod 1939 als Reichstagsabgeordneter für die NSDAP.[121] Die Milde der Demokraten führte also nicht zur Versöhnung der Rechtsextremisten mit der Demokratie. Mehr noch: Die Milde führte dazu, dass antidemokratische Haltungen salonfähig wurden. Es wurde normal, die Demokratie zu diffamieren und Demokraten zu misshandeln.

Potsdam nach dem Kapp-Putsch

Diese Entwicklung kann in Potsdam besonders gut nachvollzogen werden. Hier agierten starke Gruppen der DNVP und des „Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten“, die einen brutalen Kampf gegen die Demokratie propagierten. Der „Stahlhelm“ beließ es nicht nur bei Worten, er trieb auch ganz realen Terror. Ständige Überfälle auf demokratische Kräfte gehörten zum Potsdamer Alltag.[122] Diese Überfälle hatten nur selten Konsequenzen, weil der „Stahlhelm“ von wichtigen Eliten unterstützt wurde. Ein Beispiel war der Potsdamer Polizeipräsident Henry von Zitzewitz. Dieser tat alles, um die „Stahlhelm“-Schläger vor polizeilicher Verfolgung zu schützen. Wenn es zu Überfällen von „Stahlhelm“-Mitgliedern auf demokratische Kräfte kam, wurden oft die Demokraten beschuldigt.[123]  Die Richter verurteilten Stahlhelmer – wenn überhaupt – nur zu läppischen Geldstrafen.[124] Arno Rauscher, der seit 1924 als Oberbürgermeister amtierte, solidarisierte sich bei jeder Gelegenheit mit dem „Stahlhelm“ [125] Die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung, in der die DNVP die stärkste Partei war, beschloss sogar finanzielle Zuwendungen der Stadt für den „Stahlhelm“[126] Die Reichswehr betrieb eine Wehrausbildung mit dem „Stahlhelm“ und später auch der SA.[127] Wichtig war zudem die „Potsdamer Tageszeitung“. Diese Zeitung war mit einer Auflage von 26.000 Exemplaren die mit Abstand größte Zeitung Potsdams.[128] Diese Zeitung betrieb einen medialen Kreuzzug gegen die Demokratie. Auf der einen Seite verherrlichte sie den „Stahlhelm“. Auf der anderen Seite betrieb sie eine Hetze gegen demokratische Organisationen, wie das „Reichsbanner Schwarz Rot Gold“.[129]

Die DNVP und der „Stahlhelm“ betrieben zudem eine aggressive Hetze gegen Juden. Der DNVP-Stadtverordnete[130] Hans Philipp veranstaltete 1925 zwei Vorträge zur Geschichte des Judentums. Juden war der Zutritt zu diesen Veranstaltungen ausdrücklich verboten.[131] In diesen Vorträgen wurden die Juden als ein Volk von Wucherern, Betrügern, Mädchenhändlern, Schmarotzern und Ausbeutern dargestellt.[132] Hans Philipp arbeitete hauptberuflich als Lehrer im Städtischen Lyzeum. Dennoch hatten seine Ausfälle keine Konsequenzen. Zudem startete der Potsdamer „Stahlhelm“ schon 1929 eine Boykottaktion gegen jüdische Gewerbetreibende[133]

Schließlich taten der Potsdamer Magistrat und der „Stahlhelm“ alles, was in ihren Möglichkeiten stand, um einen neuen Krieg vorzubereiten. Der Magistrat führte am 29. September 1932 eine große Luftschutzübung durch, bei der das Verhalten bei einem Luftangriff trainiert werden sollte.[134] Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 14. Oktober 1932 den Kauf von 13.000 Gasmasken.[135] Der „Stahlhelm“ richtete im Januar 1933 einen Muster-Gasschutzkeller ein, in dem die Menschen bei einem Angriff mit Giftgasbomben Schutz finden sollten.[136] All diese Maßnahmen sorgten für ein geistiges Klima, in dem Demokraten zu Außenseitern wurden.

Die Potsdamer Demokraten, wie die SPD oder das „Reichsbanner Schwarz Rot Gold“, hatten durchaus ein Problembewusstsein. Sie veranstalteten Kundgebungen gegen den rechten Terror und forderten die SPD-geführte preußische Regierung zu einem härteren Durchgreifen auf. Ab September 1920 erschien das „Potsdamer Volksblatt“, das eine demokratische Alternative zur Potsdamer Tageszeitung bot.[137] Das „Potsdamer Volksblatt“ forderte von den eigenen Politikern einen entschlosseneren Kampf gegen die rechte Gefahr. Dennoch änderte sich nichts.[138]

Die Folgen dieser Untätigkeit waren fatal: Die zurückhaltende Haltung demokratischer Spitzenpolitiker ermutigte nicht nur die Antidemokraten. Sie sorgte auch für eine Demotivierung der eigenen Anhängerschaft. Die Demokraten fühlten sich von ihren eigenen Spitzenpolitikern im Stich gelassen. Die Fundamente der Demokratie wurden auf diese Weise mehr untergraben.

Daher war es fast zwangsläufig, dass der nächste Staatsstreich erfolgreich war. Am 20. Juli 1932 entmachtete Reichskanzler Franz von Papen die preußische Regierung. Die SPD verzichtete diesmal auf einen Aufruf zum Generalstreik und rief lediglich das Reichsgericht an.[139] Dieser Staatsstreich war erfolgreich. In der Folge wurden zahlreiche demokratische Politiker aus ihren Ämtern entfernt.[140] Der Weg in das Dritte Reich war nun bereitet.

Fazit

Wie lautet mein Fazit? Trotz dieses tragischen Endes war der Widerstand gegen den Kapp-Putsch eine Sternstunde der Demokratie. Er bewies, dass die Demokratie sich durchaus auf die Bevölkerungsmehrheit stützen konnte. Mehr noch: Breite Bevölkerungsschichten haben sehr viel Mut und Zivilcourage entwickelt, um die Demokratie zu verteidigen. Dieses Verhalten ist bis heute vorbildlich. Der Widerstand gegen den Kapp-Putsch verdient deshalb einen prominenteren Platz in unserer Erinnerungskultur. Die heutige Einweihung der Gedenktafel ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Aber auch die Potsdamer Demokraten, die nach 1920 für die Demokratie gekämpft haben, verdienen Anerkennung. Es gehörte damals viel Mut dazu, in Potsdam für die Demokratie einzutreten. Demokraten mussten immer damit rechnen, von „Stahlhelm“-Schlägern überfallen und misshandelt zu werden. Deshalb will ich zum Schluss einige von ihnen erwähnen, nämlich die Potsdamer Stadtverordneten, die am 14. Oktober 1932 gegen den Kauf von Gasmasken für einen neuen Krieg gestimmt haben.

Erich Bredow

Anna Flügge

Julius Gaida

Adolf Hausmann

Hellmuth Hörig

Albert Wagner

Fritz Krüger

Ludwig Levy

Alfred Matschke

Karl Müller

Hedwig Pusch

Erich Reiche

Georg Spiegel

Hermann Stengel

Pauline Wuttke[141]

Der hier veröffentliche Text ist das Manuskript des gleichnamigen Vortrags des Autors im Forum für Kunst und Geschichte Potsdam am 20. Oktober 2020

Dr. Matthias Grünzig, geb. 1969 in Berlin, Literatur- und Theaterwissenschaftler, Journalist und Buchautor. 2017 publiziert er das Buch: „Für Deutschtum und Vaterland: Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert“, zugleich Promotion an der TU Berlin. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Lernorts Garnisonkirche.


[1] Raffael Scheck: Der Kampf des Tirpitz-Kreises für den uneingeschränkten U-Boot-Krieg und einen politischen Kurswechsel im Deutschen Kaiserreich 1916-1917, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen, Heft 1/1996, S. 72
[2] Erich Ludendorff (Hg.): Urkunden der Obersten Heeresleitung über ihre Tätigkeit 1916/18, Berlin, 1920, S. 292
[3] Wilhelm Deist: Militär und Innenpolitik im Weltkrieg 1914 – 1918, Erster Teil, Düsseldorf, 1970, S. 570-574
[4] Wilhelm Deist: Militär und Innenpolitik im Weltkrieg 1914 – 1918, Zweiter Teil, Düsseldorf, 1970, S. 1211-1214
[5] ebenda, S. 1239-1243
[6] Alfred von Tirpitz: Erinnerungen, Leipzig, 1919, S. 460
[7] Max von Gallwitz: Erleben im Westen 1916-1918, Berlin, 1932, S. 203
[8] Vejas Gabriel Liulevicius: Kriegsland im Osten. Eroberung, Kolonisierung und Militärherrschaft im Ersten Weltkrieg, Hamburg, 2002, S. 74
[9] ebenda, S. 72
[10] ebenda, S. 87-94, 104
[11] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 47
[12] ebenda, S. 64
[13] ebenda, S. 55
[14] ebenda, S. 59 f.
[15] ebenda, S. 80-98
[16] ebenda, S. 145
[17] Heinz Hagenlücke: Deutsche Vaterlandspartei. Die nationale Rechte am Ende des Kaiserreiches, Düsseldorf, 1997, S. 113
[18] ebenda, S. 119-128
[19] ebenda, S. 132
[20] ebenda, S. 159 f., 391 f.
[21] Die Deutsche Vaterlandspartei, in: Berliner Lokal-Anzeiger, Nr. 13, 8.1.1918
[22]Tagung der Vaterlandspartei, in: Berliner Lokal-Anzeiger, Nr. 200, 20.4.1918
[23] Heinz Hagenlücke: Deutsche Vaterlandspartei. Die nationale Rechte am Ende des Kaiserreiches, Düsseldorf, 1997, S. 163
[24] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974,  S. 114
[25] Zensurfragen im Hauptausschuß, in: Berliner Lokal-Anzeiger, Nr. 34, 19.1.1918
[26] Erich Konter / Harald Bodenschatz: Städtebau und Herrschaft, Potsdam: Von der Residenz zur Landeshauptstadt, Berlin 2011, S. 88-95
[27] ebenda, S. 12
[28] Potsdamer Kommunalpolitik, in: Potsdamer Volksblatt, 29.8.1931
[29] Die Vaterlandspartei in Potsdam, in: Berliner Lokal-Anzeiger, Nr. 501, 2.10.1917
[30] Anzeige, in: Berliner Lokal-Anzeiger, Nr. 573, 10.11.1917
[31] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974,  S. 152
[32] ebenda, S. 152 f.
[33] ebenda, S. 207
[34] Heinz Hagenlücke: Deutsche Vaterlandspartei. Die nationale Rechte am Ende des Kaiserreiches, Düsseldorf, 1997, S. 385
[35] Otto Rückert: Zum Verlauf der Novemberrevolution in Potsdam, in: Bezirksheimatmuseum Potsdam (Hg.): Beiträge zur Potsdamer Geschichte, Potsdam 1969, S. 158
[36] ebenda, S. 160 f.
[37] Werner Liebe: Die Deutschnationale Volkspartei 1918-1924, Düsseldorf, 1956, S. 8
[38] Heinz Hagenlücke: Deutsche Vaterlandspartei. Die nationale Rechte am Ende des Kaiserreiches, Düsseldorf, 1997, S. 385, S. 392 f.
[39] ebenda, S. 391 f.
[40]  ebenda, S. 392
[41] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 87
[42] Bruno Thoß: Der Ludendorff-Kreis 1919-1923, Koordinationsversuche des rechten Aktionismus zwischen Revolution und Hitler-Putsch, München, 1978, S. 55
[43] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 244
[44] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 86; Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 244, 254, 292
[45]Kreisparteitag der Deutschnationalen Volkspartei, in: Potsdamer Tageszeitung, 4.4.1921; 10 Jahre D.N.V.P. Potsdam, in: Potsdamer Tageszeitung, 24.11.1928
[46] Polizeipräsident von Zitzewitz und die Nazis, in: Potsdamer Volksblatt, 4.7.1931
[47] Jürgen Koppatz: Zu einigen Fragen der Kommunalwahlen und der städtischen Verwaltung in Potsdam, in: Bezirksheimatmuseum Potsdam (Hg.): Beiträge zur Potsdamer Geschichte, Potsdam 1969, S. 53
[48] Otto Rückert: Zum Verlauf der Novemberrevolution in Potsdam, in: Bezirksheimatmuseum Potsdam (Hg.): Beiträge zur Potsdamer Geschichte, Potsdam 1969, S. 165
[49] Albrecht Hannibal: Semper talis. Eine Brandenburg-Preußisch-Deutsche Geschichte, Band 1: 800-1920, Münster, 2009, S. 748
[50] ebenda, S. 726, 754 f.
[51] ebenda, S. 727, 760
[52] Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918-1939, Osnabrück, 1974, S. 57 f.
[53] ebenda, S. 57 f.
[54] Heinz Hürten: Zwischen Revolution und Kapp-Putsch, Militär und Innenpolitik 1918-1920, Düsseldorf, 1977, S. 154 f.
[55] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 245
[56] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 230 f, 251
[57] ebenda, S. 85-91
[58] Gedächtnisfeier in der Garnisonkirche, in: Potsdamer Tageszeitung, 25.11.1919
[59] Franz von Stephani: ohne Titel, in: Nachrichtenblatt „Verein der Offiziere des alten Ersten Garde-Regiments zu Fuß (e.V.), Nr. 7, 1.4.1922, S. 7 f.
[60] Albrecht Hannibal: Semper talis. Eine Brandenburg-Preußisch-Deutsche Geschichte, Band 1: 800-1920, Münster, 2009, S. 766; Bernhard Sauer: Die Baltikumer, Berlin 1995, S. 7
[61] Andreas Purkl: Die Lettlandpolitik der Weimarer Republik. Studien zu den deutsch-lettischen Beziehungen der Zwischenkriegszeit, Münster, 1997, S. 68-71
[62] Bernhard Sauer: Die Baltikumer, Berlin 1995, S.7
[63] Andreas Purkl: Die Lettlandpolitik der Weimarer Republik. Studien zu den deutsch-lettischen Beziehungen der Zwischenkriegszeit, Münster, 1997, S. 78 f., 105
[64] ebenda, S. 83
[65] Bernhard Sauer: Die Baltikumer, Berlin 1995, S. 16 f.; Andreas Purkl: Die Lettlandpolitik der Weimarer Republik. Studien zu den deutsch-lettischen Beziehungen der Zwischenkriegszeit, Münster, 1997, S. 122
[66] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 114
[67] ebenda, S. 129 ff.
[68] ebenda, S. 123 ff.
[69] Georg Tessin: Deutsche Verbände und Truppen 1918-1939, Osnabrück, 1974, S. 57 f.
[70] Walter von der Hardt: Brigadebefehl, 15.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 17; Besondere Anordnungen Nr. 2, 15.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 9
[71] Klaus Gietinger: Der Konterrevolutionär, Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Hamburg 2009, S. 206; Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 112
[72] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 139 f.
[73] ebenda, S. 141-146
[74] ebenda, S. 148 f.
[75] ebenda, S. 154
[76] Klaus Gietinger: Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst – eine deutsche Karriere, Hamburg, 2009, S. 215
[77] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 193 f.; Walter Mühlhausen: Friedrich Ebert 1871-1925, Reichspräsident der Weimarer Republik, Bonn 2007, S-. 325
[78]Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, S. 197
[79] ebenda, S. 203
[80] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 263 f.
[81] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 263-278
[82] Walter von der Hardt: Brigadebefehl, 15.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 17; Verordnung zur Sicherung volkswirtschaftlich wichtiger Betriebe, 17.3.1920 Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 5; Beschluss des Bezirksausschusses zu Potsdam, 1.6.1920, Rep. 2A I Pers. 5890, Bl. 185; Nachklänge zum Kapp-Putsch, in: Potsdamer Tageszeitung, 1.4.1920
[83] Soldaten!,  Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 33; Beschluss des Bezirksausschusses zu Potsdam, 1.6.1920, Rep. 2A I Pers. 5890, Bl. 185
[84] Uebersicht über die im 2. Vierteljahr 1920 den Gewerbeinspektionen übersandten Streik- und Aussperrungsnachweisungen, Rep. 2A I Pol. 1442, Bl. 164 f.
[85] Beschluss des Bezirksausschusses zu Potsdam, 1.6.1920, Rep. 2A I Pers. 5890, Bl. 180-188
[86] Nachklänge zum Kapp-Putsch, in: Potsdamer Tageszeitung, 1.4.1920
[87] Die Diktatur der Kappitäne, in: Vorwärts, Nr. 157, 25.3.1920
[88] Sturmszenen im Stadtparlament, in: Potsdamer Zeitung, 1.4.1920
[89] Tendenzmeldungen aus Potsdam, in: Potsdamer Tageszeitung, 29.3.1920
[90] Walter von der Hardt: Bericht über den Zusammenstoß am 16.3.20 gegen 9 Uhr abends am Stadtschloß Potsdam, 19.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 53
[91] Christian Perseke: Der Kapp-Lüttwitz Putsch vom 13.-17. März 1920 in Potsdam, Dokumentation gemäß Auftrag des Fachbereichs Kultur und Museum, Potsdam 2017, S. 14
[92] Das Kapp-Putsch-Jubiläum, in: Potsdamer Volksblatt, 13.3.1925
[93] Die Diktatur der Kappitäne, in: Vorwärts, Nr. 157, 25.3.1920
[94] Uebersicht über die im 2. Vierteljahr 1920 den Gewerbeinspektionen übersandten Streik- und Aussperrungsnachweisungen, Rep. 2A I Pol. 1442, Bl. 164 f.
[95] Schreiben von Rosenthal an Regierungspräsident Potsdam, 26.6.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 200
[96] Aufruf, Rep. 2A I Pol. 1442, Bl. 233
[97] Walter von der Hardt: Brigadebefehl, 15.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 17; Schreiben von Gepel an Regierungspräsident von Potsdam, 29.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 149-157; Unser Stadtparlament gegen die Mörder und Rebellen, in: Brandenburger Zeitung, 22.3.1920
[98] Walter von der Hardt: Wichtige Bekanntmachung an alle Heimatliebenden ohne Unterschied, 17.3.1920, 15.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 12
[99] Flugblatt, Rep. 2A I Pol. 1442
[100] Nachrichtenblatt, 21.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 19
[101] Walter von der Hardt: Brigade-Befehl, 22.3.1920, Rep. 2A I Pol. 1063, Bl. 20; Die Diktatur der Kappitäne, in: Vorwärts, Nr. 157, 25.3.1920
[102] Eine unverschämte Provokation, in: Vorwärts, Nr. 161, 27.3.1920
[103] Verhandelt Potsdam, den 14. April 1920, Rep. 2A I Pers. 5890, Bl. 44-51
[104] Das Ergebnis der Verhandlungen über Beendigung des Generalstreiks, in: Brandenburger Zeitung, 21.3.1920
[105] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 276
[106] Franz Uhle-Wetter: Erich Ludendorff in seiner Zeit. Soldat-Stratege-Revolutionär. Eine Neubewertung, Berg, 1996, S. 389
[107] Ulrich Kluge: Die deutsche Revolution 1918/1919, Staat, Politik und Gesellschaft zwischen Weltkrieg und Kapp-Putsch, Frankfurt/Main, 1985, S. 157 f.
[108] Carl Severing: Mein Lebensweg, Band II: Im Auf und Ab der Republik, Köln, S. 107 f.
[109] Joachim Tautz: Militaristische Jugendpolitik in der Weimarer Republik. Die Jugendorganisationen des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten: Jungstahlhelm und Scharnhorst, Bund deutscher Jungmannen, Regensburg, 1998; Volker R. Berghahn: Der Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten 1918-1935, Düsseldorf, 1966; Alois Klotzbücher: Der politische Weg des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in der Weimarer Republik. Ein Beitrag zur Geschichte der „Nationalen Opposition“ 1918-1933, Tübingen 1964
[110] Matthias Grünzig: „Die Geburtsstätte des Dritten Reiches“, Netzwerkbildung antidemokratischer Kräfte in Potsdam während der Weimarer Republik, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Heft 4/2020, S. 320
[111] Johannes Erger: Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf, 1967, S. 345
[112] Adolf Vogt: Oberst Bauer, Generalstabsoffizier im Zwielicht 1869-1929, Osnabrück, 1974, S. 335-338
[113] Wolfram Selig: Organisation Consul, in: Wolfgang Benz (Hg.): Handbuch des Antisemitismus, Band 5, Organisationen, Institutionen, Bewegungen, Berlin, Boston, 2012, S. 465 ff.
[114] Manfred Nebelin: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg, München 2010, S. 519 f.
[115] Stadtrat von Hülsens Rücktritt, in: Potsdamer Tageszeitung, 7.10.1930
[116] Oberstleutnant Brendel DOB.-Vorsitzender, in: Potsdamer Tageszeitung, 6.6.1931
[117] Exzellenz v. d. Hardt 70 Jahre, in Potsdamer Tageszeitung, 2.9.1932
[118] Albrecht Hannibal: Semper talis. Eine Brandenburg-Preußisch-Deutsche Geschichte, Band 1: 800-1920, Münster, 2009, S. 727
[119] Schreiben von Franz von Stephani an Bundesleitung des Stahlhelm vom 26.5.1926, BArch R 72/69, Bl. 70
[120] Joachim Tautz: Militaristische Jugendpolitik in der Weimarer Republik. Die Jugendorganisationen des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten: Jungstahlhelm und Scharnhorst, Bund deutscher Jungmannen, Regensburg, S. Roderer Verlag, 1998 , S. 439
[121] Albrecht Hannibal: Semper talis. Eine Brandenburg-Preußisch-Deutsche Geschichte, Band 1: 800-1920, Münster, Edition Octopus, 2009, S. 728
[122] Matthias Grünzig: Für Deutschtum und Vaterland. Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert, Berlin 2017, S. 107 f.
[123]ebenda, S. 32-36
[124] Ungesühnte Stahlhelm-Rüpelei, in: Potsdamer Volksblatt, 30.8.1928; Der Stahlhelmüberfall auf dem Alten Markt, in: Potsdamer Volksblatt, 8.9.1929
[125] Kristina Hübener: Stadtentwicklung und Verwaltungspolitik, Potsdams Oberbürgermeister als Gestalter einer kommunalen Leistungsverwaltung zwischen 1850 und 1918/24, in: Christiane Büchner, Andreas Musil (Hg.): Die Stadtverordnetenversammlung von Potsdam im Wandel der Zeit (KWI Schriften 5), Potsdam, 2011, S. 93 f.; Die Potsdamer Stahlhelmtage, in: Potsdamer Tageszeitung, 9.5.1927; Potsdamer Heerschau des „Stahlhelm“, in: Potsdamer Tageszeitung, 5.9.1932
[126] Matthias Grünzig: Für Deutschtum und Vaterland. Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert, Berlin 2017, S. 108 f.
[127] Schreiben von Polizeipräsident von Berlin, Landeskriminalpolizeistelle (IA) an den Regierungspräsidenten von Potsdam vom 25.6.1931, BLHA Rep. 2A I Pol. 1109, Bl. 123; Wehrsport der Bürgerkriegsbanden, in: Vorwärts, 21.10.1931; G.V.A. und Deutscher Volkssportverein, Rep. 2A I Pol. 1104, Bl. 374-391; Schreiben Betrifft: Staatsfeindliches Treiben politischer Verbände auf dem Truppenübungsplatz Döberitz von Ehrig (Amtsvorsteher des Amtsbezirks Dallgow) an den Landrat in Nauen vom 26.1.1932, BLHA, Rep. 2A I. Pol. 1104 Bl. 363 f.; Der Regierungspräsident von Potsdam: Vermerk vom 6.2.1932, BLHA, Rep. 2A I. Pol. 1104 Bl. 372 f.; Naziausbildung in Döberitz, in: Potsdamer Volksblatt, 10.2.1932; Truppenübungsplatz Döberitz, in: Potsdamer Volksblatt, 18.2.1932; Der Volkssport des Herrn Helldorf, in: Potsdamer Volksblatt, 24.2.1932
[128] Potsdamer Stadtverordnetenversammlung, in: Potsdamer Tageszeitung, 7.2.1925
[129] Die Mobilmachung der Stahlhelmer, in: Potsdamer Tageszeitung, 7.5.1927; Die Potsdamer Stahlhelmtage, in: Potsdamer Tageszeitung, 9.5.1927; Der Sinn des Stahlhelmaufmarsches, in: Potsdamer Tageszeitung, 1.9.1932; Der große Stahlhelmaufmarsch, in: Potsdamer Tageszeitung, 5.9.1932; Potsdamer Heerschau des „Stahlhelm“, in: Potsdamer Tageszeitung, 5.9.1932; Sturm der Reichsbannerleute auf ein Lokal, in: Potsdamer Tageszeitung, 20.7.1931; Reichsbanner vor Gericht, in: Potsdamer Tageszeitung, 3.9.1931; Der „provozierte“ Reichsbannermann, in: Potsdamer Tageszeitung, 23.9.1931; Schießerei am Jägertor, in: Potsdamer Tageszeitung, 16.11.1931; Reichsbannerleute treiben Politik der Straße, in: Potsdamer Tageszeitung, 1.3.1932; Bewaffneter Reichsbannerüberfall, in: Potsdamer Tageszeitung, 16.4.1932; Wieder Schlägerei vor dem SPD-Lokal, in: Potsdamer Tageszeitung, 18.4.1932; Gemeiner Ueberfall durch Reichsbannerleute, in: Potsdamer Tageszeitung, 6.5.1932; Reichsbanner überfällt Straßenpassanten, in: Potsdamer Tageszeitung, 18.7.1932; Roher Ueberfall durch Reichsbanner und Kommunisten, in: Potsdamer Tageszeitung, 21.7.1932; Reichsbanner vor Gericht, in: Potsdamer Tageszeitung, 22.10.1932
[130] Die neue Stadtverordnetenversammlung, in: Potsdamer Volksblatt, 18.3.1924
[131] Anzeige, in: Potsdamer Tageszeitung, 12.1.1925; Anzeige, in: Potsdamer Tageszeitung, 12.2.1925
[132] Ein Studienrat als „Geschichtsforscher“ , in: Potsdamer Volksblatt, 20.2.1925
[133] Gerhard Wernicke: Abwehr, in: Nachrichtenblatt des Gaues Potsdam des Stahlhelm, Heft 2, Februar 1929
[134] Bombenabwurf auf Potsdam, in: Potsdamer Tageszeitung, 30.9.1932
[135] Was der Leser wissen will, in: Potsdamer Volksblatt, 8.10.1932; Für Gasschutz und Stahlhelm, in: Potsdamer Tageszeitung, 15.10.1932
[136] Stahlhelm schafft Muster-Gasschutzkeller, in: Potsdamer Tageszeitung, 19.12.1932
[137] Erich Krüger+, in: Potsdamer Volksblatt, 23.7.1926
[138] Matthias Grünzig: Für Deutschtum und Vaterland. Die Potsdamer Garnisonkirche im 20. Jahrhundert, Berlin 2017, S. 112-123
[139] Belagerungszustand über Berlin, in: Vorwärts, Nr. 338, 20.7.1932
[140] Preußen wird baronisiert, in: Vorwärts, Nr. 341, 22.7.1932
[141] Anzeige, in: Potsdamer Tageszeitung, 15.10.1932

Online seit: 22. Mai 2021

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