Rechtsradikale Einschreibungen in das Projekt der Garnisonkirche Potsdam

Vortrag von Philipp Oswalt, Diskussion mit Marie Schäffer, Lutz Boede und Gerd Bauz, moderiert von Achim Saupe

Links: Reichsmarksmünze von 1934 (Auflage: 70 Millionen ), Rechts: Spendenmünze von 2005 zur Finanzierung des Wiederaufbaus (Auflage 50.000)

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Anfang September 2019 wurde das nachgebaute Glockenspiel der Garnisonkirche in Folge eines offenen Briefes wegen seiner rechtsradikalen Inschriften nach 28-jährigem Betrieb abgestellt. Doch die Abschaltung führte zu einer Kontroverse in der Stadtgesellschaft. Ein mehrfaches sonntägliches Protest-Singen von Mitgliedern des Kirchenchors der Nikolaikirche, der Initiative Mitteschön! und Vertretern von CDU und AFD wendete sich gegen diese Entscheidung. Oberbürgermeister Mike Schubert, der die vorübergehende Abschaltung des im Besitz der Stiftung Garnisonkirche befindlichen Glockenspiels mit deren Zustimmung veranlasste, hat ein wissenschaftliches Gutachten angekündigt. Der wissenschaftliche Beirat der Stiftung Garnisonkirche sieht dies als entbehrlich an, da die Inschriften des Glockenspiels eindeutig „unzumutbar“ seien.
Basierend auf umfangreichen Recherchen in staatlichen und kirchlichen Archiven in Berlin, Potsdam, Frankfurt Main und Iserlohn befasst sich Philipp Oswalt bei einem Vortrag Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte am 16. Januar 2020 nicht nur mir der Frage, wie es zu den Inschriften gekommen ist, sondern wie die rechtslastige Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel das Wiederaufbauprojekt bis heute maßgeblich mit geprägt hat. Leider waren weder die Kritiker der Abschaltung des Glockenspiels noch die Stiftung Garnisonkirche Potsdam bereit, der Einladung zum Gespräch zu folgen.

Einleitung von Gerd Bauz (Martin Neimöller Stiftung) und Vortrag Philipp Oswalt (61 Minuten)

Podiumsdiskussion mit MdL Marie Schäffer (Bündnis 90 – Die Grünen), Lutz Boede (Fraktion Die Andere), Gerd Bauz (Martin-Niemöller-Stiftung) und Philipp Oswalt, moderiert von Dr. Achim Saupe (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) (41 Minuten)

Publikumsstatements (36 Minuten)

Online seit: 22. Mai 2020

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