Debatten

Seit Aufkommen der Idee zum Wiederaufbau der Kirche am westdeutschen Bundeswehrstandort Iserlohn im Jahr 1984 ist diese heftig umstritten. In Iserlohn wie auch ab 1990 in Potsdam wandten sich zunächst Kirchenkreise gegen das Vorhaben, deren Kritik sich Antimilitarist*innen, linke und liberale Kräfte mit weiteren Argumenten und Sichtweisen anschlossen. Die Kontroverse betrifft das Geschichtsverständnis, das Verhältnis zum preußischen Erbe an diesem Ort, zu Militär und Kirche, die symbolische Bedeutung von Architektur, die Idee der Versöhnung und die angemessene Form der Erinnerung und der politischen Bildungsarbeit. Auch mit Baubeginn 2017 ist dieser Meinungsstreit nicht abgeebbt. An dieser Stelle möchten wir einige uns besonders relevante erscheinende Debatten dokumentieren und weiterführen.

Rebranding auf Basis von Geschichtsverfälschung

Philipp Oswalt

Die Idee des Wiederaufbaus der Garnisonkirche bedurfte eines Rebrandings der Garnisonkirche, um hierfür politische und kirchliche Mehrheiten gewinnen zu können. Maßgeblich war dabei weniger die Strategie des Bruchs und der Veränderung. Viel wesentlicher in der Auseinandersetzung war die Durchsetzung eines neuen Geschichtsbildes, welches auf gezielten Auslassungen, Überformungen und Verfälschungen beruht. Analyse eines Geschichtsrevisionismus.

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Das falsche Symbol, ein Zwischenruf

Heino Falcke

In seinem Beitrag von 2015 befasst sich der einst in Kirche der DDR engagierte Probst mit den Konzepten eines Versöhnungs- und Friedenszentrum für den Wiederaufbau der Garnisonkriche. Hierbei kritisiert er den Ruf aus Potsdam und Wolfgang Hubers Argumentation

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Eine gotteslästerliche Bude/ Heilen mit Steinen

Christoph Dieckmann versus Irgmard Schwaetzer

Seit Luther gegen Kaiser und Papst seinen Schutzfürsten Friedrich den Weisen brauchte, hat sich die evangelische Kirche Staatsdoktrinen angedient – ausgenommen in der DDR. Aber ein Soldatentempel gehört nicht zur Versöhnungsgeschichte des Evangeliums. Er zählt zur Missbrauchsgeschichte der Sakralisierung von Nation und Krieg. Eine theologische Polemik, der die Vorsitzende der Evangelsichen Kirche Deustchland (EKD) in einem Folgebeitrag widerspricht.

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Ein Streitgespräch

Matthias Sauerbruch, Wolfgang Huber, Philipp Oswalt, Thomas Albrecht, Saskia Hüneke, Detlef Karg, Hildegard Rugenstein

Im Nachgang zum offenen Brief an den Bundespräsidenten von August 2019 organisierte die Akademie der Künste Berlin einen Diskussionabend am 4.12.2019. Zahlreiche Mitglieder hatten den Brief mit unterzeichnet, unter ihnen Prof. Jeanine Meerapfel, Präsidentin der AdK, Thomas Heise, Direktor der Sektion Film und Medienkunst und Prof. Matthias Sauerbruch, Architekt, Direktor der Sektion Baukunst.

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Wie lange noch? Was die Garnisonkirche Potsdam mit Rechtsradikalismus zu tun hat/ Worüber zu streiten lohnt. Was die Garnisonkriche Potsdam mit der deutschen Geschichte zu tun hat

Philipp Oswalt versus Paul Nolte

Im Frühjahr 2020 erschien in dem protestantischen Magazin Zeitzeichen eine Kritik am Wiederaufbauprojekt, welche dessen Protagonisten eine mangelnde Abgrenzung nach Rechtsaußen vorhielt. In seiner Replik sah der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirat diese Vorwürfe als abwegig an, und wollte andere Fragen diskutiert wissen.

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