Historische Garnisonkirche

Die historische Garnisonkirche Potsdam wurde in den Jahren 1730–1735 errichtet und diente allen protestantischen Militärangehörigen der Garnisonstadt Potsdam als Gemeindekirche bis ins Jahr 1945. Im April 1945 durch den Luftkrieg schwer beschädigt, wurde die Kirche 1968 abgerissen. An ihrer Stelle wurde ein Datenverarbeitungszentrum erbaut. Ihre Zivilgemeinde nannte sich 1949 in Heilig-Kreuz-Gemeinde um und bestand bis Ende 2018 als eigenständige Gemeinde fort.

„Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein?“

Otto Dibelius

Unter diesem Motto hielt Generalsuperintendent Otto Dibelius zur Reichstags-Eröffnungsfeier am 21.3.1933 in Potsdam, dem sogenannten „Tag von Potsdam“, die offizielle Predigt in der Nikolaikirche. Die Predigt ist ein bitteres Dokument des moralischen Versagens der evangelischen Kirche. Zuvor hatte Dibelius zudem gegen innerkirchliche Widerstände durchgesetzt, das der Festakt mit Hitlers Ansprache in der Garnisonkirche stattfindet.

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Die Potsdamer Hof- und Garnisongemeinde (1732-1918)

Hartmut Rudolph

Die Geschichte der Garnisonkirche Potsdam – eine „militärische Stiftung“ – war von Anfang an von der Bereitschaft der Institution Kirche geprägt, dem Militärischen Vorrang vor dem genuin Kirchlichen einzuräumen. Inhalte und Zielsetzungen des kirchlichen Handelns folgten einem vom Militarismus geprägten Gesellschafts-, Politik-¬ und Menschenbild.

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„Ihr seid die Pioniere des gekreuzigten Heilands!“ Die Prediger der Garnisonkirche im Kaiserreich und Ersten Weltkrieg

Reiner Zilkenat

In der Garnisonkirche wurden im Kaiserreich bis in den 1. Weltkrieg hinein die in den Krieg hinausziehenden Soldaten gesegnet und ihnen versichert, auf den Schlachtfeldern als „Krieger Gottes“ zu agieren. Nationalismus und Militarismus waren die Ingredienzien der hier gehaltenen „Predigten“.

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Der Fall der Garnisonkirche 1968 und ihre Vorgeschichte

Matthias Grünzig

Immer wieder heißt es, Walter Ulbricht als Vertreter der Staatsführung der DDR habe aus Preußen- und Kirchenhass den Abriss der Ruine der Garnisonkirche 1968 angewiesen. Doch wie das Studium der damaligen Akten zeigt, waren die Verantwortlichen und Gründe für die Zerstörung des Denkmals andere.

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Eine Keimzelle des Widerstandes?

Linda von Keyserlingk

Seitens der Befürworter des Wiederaufbau der Garnisonkirche heißt es immer wieder, hier hätten die Hitler-Attentäter des 20. Juli ihr Gewissen geschärft. Doch die Kirche stelle keine Keimzelle des Widerstands da. In ihr wurde wie eh und je zu Gehorsam erzogen, wie die Forschung am militärhistorischen Museum der Bundeswehr aufzeigt.

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Offene Fragen zur Militärkirche

Philipp Oswalt

Die Potsdamer Garnisonkirche bot im Inneren 3.000 Personen Platz für die Teilnahme am Gottesdienst. Als Militärkirche diente sie den Potsdam stationierten protestantischen Soldaten. Und die waren zahlreich. Im Jahr Ihrer Fertigstellung 1735 gehörten etwa 30% der Bevölkerung zum Militär – 3.500 Menschen – , von denen etwa 3/4 evangelischen Glaubens waren. Gut drei Jahrzehnte später

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Freiraum und Friedensforum. Heilig-Kreuz-Gemeinde 1968 – 1990

Matthias Grünzig

Weitestgehend vergessen ist die Geschichte der ehemaligen Zivilgemeinde der Garnisonkirche nach der Sprengung der Ruine 1968. Diese hatte sich in Abgrenzung von ihrem Erbe bereits 1949 zur Heilig-Kreuz-Gemeinde umbenannt. Ab 1972 praktizierte sie Heilig-Kreuz-Haus zwei Jahrzehnte lange eine engagierte und oft auch regimekritische Friedensarbeit.

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„Der Geist von Potsdam“ gegen den „Geist von Weimar“

Matthias Grünzig

Die Garnisonkirche war in der Weimarer Republik ein nationaler Symbolbau der extremen Rechten. Hier versammelten sich Nationalisten, Militaristen und Antisemiten aller Couleur aus und hetzten gegen die junge Demokratie.

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