Lernort Garnisonkirche

Die Garnisonkirche Potsdam, 1730–1735 erbaut, 1945 schwer beschädigt und 1968 abgerissen, war für über 200 Jahre ein wichtiger Symbolbau und soll nun – in Teilen oder in Gänze – wieder errichtet werden. In der ambivalenten Geschichte Preußens repräsentiert sie dessen problematische Seite: Sie steht nicht für Aufklärung, Emanzipation und Liberalität, sondern für Dynastie und Gehorsam, sie steht nicht für Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung, sondern für Expansionsstreben und Machtanspruch, sie steht nicht für Bildung und Wissenschaft, sondern für Militär und Staatskirche, sie steht nicht für den demokratischen Freistaat Preußen der Weimarer Republik, sondern für die antidemokratischen Kräfte des Deutschen Reichs.

Der 2017 begonnene Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam soll nicht zuletzt dazu dienen, hier einen Lernort deutscher Geschichte zu schaffen. Doch bislang wurde dieses Versprechen nicht eingelöst, im Gegenteil: Die Befürworter*innen und die Trägerin des Vorhaben zeichnen bis heute ein geschöntes und teils verfälschtes Bild von der Geschichte des Ortes. Dem will diese Seite entgegentreten und über die Historie des Ortes aufklären.  Mehr lesen

Der „Soldatenkönig“ im Widerstreit der Meinungen

Frank Göse

Die Sicht auf den Bauherren der Garnisonkirche Potsdam, Friedrich Wilhelms I, ist ebenso wie die Debatte um die Kirche nicht selten von einer recht selektiven Sichtweise geprägt. Der Text skizziert die Persönlichkeit des preußischen Königs in ihren verschiedenen Facetten und Widersprüchlichkeiten.

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„Gott mit uns!“

Ein Symposion zum schwierigen Erbe des Nationalprotestantismus, 1./2. Oktober 2021 im Dietrich Bonhoeffer Haus, Berlin

Die Potsdamer Garnisonkirche, deren Kirchturm gegenwärtig wieder aufgebaut wird, steht nach Ansicht der Bauherr*innen für „christlich verantwortetes Handeln für die Gemeinschaft, für die Verbindung von christlichem Glauben und ‚preußischen Tugenden.‘“ Was ist damit gemeint? Und ist die Begründung für die Wiedererrichtung der Garnisonkirche als nationaler Erinnerungsort der Bundesrepublik Deutschland überzeugend? Das Symposium will die Frage

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Das Glockenspiel auf der Plantage – ein Symbol der Neuen Rechten

Die Petition „Wiederaufbau Garnisonkirche Potsdam: Bruch statt Kontinuität“ forderte u.a. den Abriss des Glockenspiels auf der Potsdamer Plantage wegen dessen „revisionistischer, rechtsradikaler und militaristischer Widmungen.“ Worauf beruht diese kritische Bewertung des Glockenspiels?

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Editorial Juni 2021: Themenschwerpunkt Nationalprotestantismus

Die neuen, im Juni 2021 veröffentlichten Texte auf dieser Plattform führen den Themenschwerpunkt Nationalprotestantismus des Lernorts Garnisonkirche ein, dem dann auch eine Reihe von Veranstaltungen und Aktivitäten im zweiten Halbjahr 2021 gewidmet sind. Bislang hat in der Wiederaufbaudiskussion die kirchliche Tradition des Ortes kaum eine Rolle gespielt, die aber für diesen Ort deutscher Geschichte wesentlich war.

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Predigerworte für Deutsche Gotteskrieger

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Nationalsozialismus predigten Pfarrer der Garnisonkirche einen Nationalprotestantismus, der den Krieg, das Abendland und Deutschland verherrlichte, unbedingten Gehorsam und Opfergeist einforderte und Kaiser und Führer göttlich legitimierte. Ausgewählte Zitate aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentieren exemplarisch diese Ideologie.

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Lernort im Rechenzentrum

Herzlich laden wir ein zum Besuch des analogen Lernorts Garnisonkirche im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum, Dortustraße 46, 14467 Potsdam.

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Spenden

Unser Ziel ist die Schaffung eines Lernortes, der auf die besondere Geschichte der Garnisonkirche reagiert. Wir wollen die antidemokratische und militaristische Geschichte des Ortes zum Anlass nehmen, um hier einen Lernort für Demokratie und Frieden zu etablieren. Noch erhalten wir keinerlei Förderung, haben aber Kosten.

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